Weltweit wurden im vergangenen Jahr drei Mrd. US-Dollar für die Nutzerakquise von Finanz-Apps ausgegeben.
Die Corona-Pandemie hat die Finanzbranche erheblich beeinflusst und radikal verändert, wie Verbraucher mit Finanzinstituten interagieren und wie diese selbst arbeiten. Der Sektor hat dank der beschleunigten Digitalen Transformation im vergangenen Jahr ein rasantes Wachstum erlebt. Mobile-Banking- und Investment-Apps spielen dabei eine Schlüsselrolle. Die Kurve bei den Installationen ging laut einer Studie von Appsflyer zuletzt steil nach oben – insbesondere in Deutschland. Hierzulande stieg die Nachfrage nach Finanz-Apps im vergangenen Jahr um 161 Prozent an. Am meisten gefragt sind dabei neuere Services, ob für Mobile Payment oder reine Online-Banken. Aber auch Investment-Apps boomen.
Apps sind in Zeiten zunehmender Filialschließungen ein wichtiger Kanal, über den Kunden mit ihren Dienstleistern kommunizieren. Diese sehen eine App aber nicht als Mehrwert ihrer Bank oder ihres Finanzinstituts – sie ist ein erwarteter Teil des Service. Finanzinstitute, die ihren App-Nutzern einen nahtlosen, vielseitigen Service bieten, steigern deren Lifetime Value (LTV) und damit die Profitabilität des gesamten Unternehmens.
Die App wird damit auch zu einem der wichtigsten Instrumente für das Marketing, das sich ein Bild der gesamten Customer Journey machen will. Die Analyse von Nutzerdaten ist dabei die Grundvoraussetzung für profitables, zielgerichtetes Marketing. Unternehmen, die diese Daten messen und analysieren, können dank einer stärkeren Personalisierung auf dreierlei Weise profitieren: Sie erreichen bei ihren (mobilen) Nutzern ein höheres Engagement, gestärktes Vertrauen sowie eine längerfristige Bindung.
Auf die steigende Bedeutung der Apps hat die Branche reagiert: Weltweit wurden im vergangenen Jahr drei Mrd. US-Dollar für die Nutzerakquise von Finanz-Apps ausgegeben. In der EMEA-Region waren es im ersten Quartal 2021 durchschnittlich 170 Tsd. US-Dollar – ein Anstieg von 74 Prozent seit dem 2. Quartal 2020. Die erhöhte Nachfrage schlägt sich dabei auch in steigenden CPI nieder. Damit sich die Investitionen auszahlen, müssen Finanzdienstleister ihre Kunden dazu bringen, ihre Apps auch zu nutzen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Gut beraten sind Marketers mit einer Kombination aus der zunehmend teurer werdenden Nutzerakquise und weitaus kostengünstigeren Remarketing-Kampagnen. Ein entscheidender Aspekt für den ROI der Maßnahmen: die Performance des App-Registrierungs-Funnel. Denn nur 50 bis 60 Prozent der Nutzer registrieren sich auch am Tag der Installation. Wird der Onboarding-Prozess regelmäßig optimiert, kann die Zeit von der Installation bis zur Registrierung verkürzt werden.
Nicht zuletzt dürfen Marketers das Thema „Fraud“ zu keiner Zeit vernachlässigen. Trotz eines beeindruckenden Rückgangs der Betrugsraten bei Finanz-App-Installationen in Deutschland von 68 auf 13 Prozent (Q2 2020 bis Q1 2021) bleibt Fraud eine ernstzunehmende Gefahr. Kriminelle finden schnell neue Wege des Anzeigenbetrugs. Gerade im Finanzsektor müssen Marketingverantwortliche in die Betrugsprävention investieren.
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