Refurbished-Geräte erfreuen sich aktuell großer Beliebtheit – wer die Devices online erstehen möchte, sollte jedoch einiges beachten.
Ob Singles’ Day, Black Friday oder Cyber Week: Der November ist der beliebteste Aktionsmonat von Händlern und Verbrauchern. Sowohl online als auch im Einzelhandel sind unzählige Sonderangebote, Preisnachlässe und Aktionen u. a. für Technik- und Smartphone-Fans zu finden. Nachgefragt werden in den letzten Jahren auch wiederaufbereitete, sogenannte refurbished Smartphones, denn diese sind oft zu einem deutlich günstigeren Preis gegenüber einem Neugerät erhältlich, ohne dabei wesentliche Qualitätskompromisse eingehen zu müssen. Doch genau wie beim Neugerätekauf sorgt der Angebotsdschungel im Recommerce-Bereich oft für Verwirrung und Unsicherheit. Darauf ist beim Online-Kauf von generalüberholten Handys in den kommenden Aktionswochen zu achten:
Preisentwicklungen frühzeitig beobachten
Es ist kein Geheimnis, dass manche Händler kurz vor den Aktionstagen die Originalpreise von Geräten künstlich erhöhen, um die darauf folgenden Rabatte höher erscheinen zu lassen. Umso wichtiger sei es, die Preisentwicklungen bei den Wunschmodellen frühzeitig zu beobachten, um solche Verkaufstricks zu erkennen. Entscheidend ist diese Beobachtung vor allem, wenn man die Preisunterschiede zwischen Neu- und generalüberholten Handys objektiv vergleichen möchte. Auch am Aktionstag selbst lohne es sich, den ganzen Tag über ein Auge auf die Wunschangebote zu werfen – die Rabatte können sich nämlich im Laufe des Tages mehrmals ändern.
Der Preisnachlass bezieht sich nicht immer auf den aktuellen Marktwert
Die Preise von neuen und generalüberholten Handys im Blick zu behalten, ist auch deshalb eine wichtige „Hausaufgabe“, weil sich manche Rabatte im Refurbishment-Bereich auf den UVP (unverbindlichen Verkaufspreis) und nicht auf den aktuellen Preis vom generalüberholten Gerät beziehen. Einige Händler geben sogar als Originalpreis den UVP vom Release-Jahr des Handymodells anstatt des aktuellen Neupreises an.
Cookies ausschalten
Wenn man vor dem großen Online-Shopping vorab Preise vergleicht, sei es empfehlenswert, die Nachverfolgung über Cookies im Browser auszuschalten. Somit vermeide man eine spätere „Angebotsüberflutung“, die zu Verwirrung und Fehleinschätzung von Deals führen kann. In diesem Sinne – beim Empfang von Newslettern und Aktionsmails sollte man besonders auf Phishing-E-Mails achten.
Rabatte über 60 Prozent sind unrealistisch
Wer im Recommerce-Segment Rabatte in Höhe von 60 Prozent oder mehr verspricht, ist möglicherweise aufs Tricksen ausgerichtet. Sehr hohe Rabatte, die sich durch die Breite des Sortiments ziehen, sind unrealistisch, sofern der Anbieter noch profitabel bleiben möchte. Das schließe jedoch nicht den Verkauf eines einzigen sehr stark rabattierten Smartphone-Modells aus, um etwa auf die eigene Beteiligung an den Aktionstagen und -wochen aufmerksam zu machen. Generalüberholte Handys können zum Black Friday jedoch durchaus auch 70 bis 80 Prozent Rabatt enthalten, wenn man die Aktion auf den UVP von Neugeräten bezieht. Wenn man dieselbe Aktion auf den refurbished Wert bezieht, dann wird der tatsächliche Prozentrabatt eher niedriger liegen.
Seriöse Smartphone-Refurbisher von Betrügern unterscheiden
Apropos unrealistische Angebote: Diese seien meist bei unseriösen Anbietern oder Betrügern zu finden. Es gibt jedoch einige Tipps, wie man vertrauenswürdige Refurbisher erkennt. So sollte an erster Stelle das Impressum des Onlineshops prüfen, auch ein Blick auf Google-Maps und den Unternehmenseintrag in Google geben wertvolle Informationen über den Anbieter.
Wiederaufbereitete iPhones lohnen sich am Black Friday besonders
Vor allem iPhone-Fans könnten von Angeboten im Refurbishment-Segment profitieren, denn bekanntermaßen sind Apple-Neugeräte selten Spitzenreiter bei der Rabattschlacht. Der Hersteller selbst gab z.B. zum Black Friday keine Preisnachlässe, sondern bot Geschenkkarten. iPhone-Rabatte bei anderen Neugeräte-Anbietern beliefen sich im letzten Jahr, am Beispiel des iPhones 11, auf rund 50-60 Euro vom damaligen UVP. Durch den Kauf eines wiederaufbereiteten iPhones im Rahmen einer Aktion könne oft ein Rabatt zwischen 10, 20 oder mehr Prozent im Vergleich zum rabattierten UVP erzielt werden*.
Black Friday und Co. bringen keine Preisnachteile beim Wiederverkauf des alten Handys
Wer vielleicht zögert, sein altes Smartphone rund um Black Friday zu verkaufen, sollte sich keine Sorgen wegen eventuell niedrigerer Ankaufspreise machen: Es sei unwahrscheinlich, dass Refurbisher und Handyankäufer ihre Ankaufspreise senken, um Rabattaktionen im Verkaufsbereich wirtschaftlich zu kompensieren. Im Gegenteil: Es könnte sogar attraktive Ankaufsangebote geben, bei denen Anbieter einige Euro mehr zahlen. Denn nach dem Aktionsmonat beginnt der Kampf um „freigewordene“ Altgeräte.
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