OBD2-Schnittstelle

Auto zum Smartcar nachrüsten

Die OBD2-Schnittstelle im Auto hilft den Werkstätten, macht aber auch dumme Wagen zum smarten Auto.

Smartcar-Funktionen lassen sich auch nachrüsten

Smartcar-Funktionen lassen sich auch nachrüsten

So gut wie alle Autohersteller haben einige Modelle, vor allem ab der oberen Mittelklasse mit zahlreichen „smarten“ Funktionen ausgerüstet. So gibt es zum Teil Möglichkeiten zur Fernsteuerung des Wagens, aber auch zum Ablesen von allen möglichen Fahrdaten auf dem Smartphone. Darüber hinaus besitzen viele Modelle auch eine Schnittstelle zum Infotainmentsystem des Wagens, über die bestimmte Apps von Android oder iOS abgespielt werden können. Ein typisches Beispiel ist die Integration von Google Maps in einen Onboard-Touchscreen oder die Verknüpfung von Spotify mit der eingebauten Audioanlage.

Normalerweise sind solche Funktionen nur den Besitzern neuer und häufig auch recht teurer Wagen vorbehalten. Doch es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Nachrüst-Steckern, mit denen die in den Bordcomputern bereits vorhandenen Möglichkeiten über die Diagnoseschnittstelle OBD2 (On-Board-Diagnosis) ausgenutzt werden können. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Anbietern, die solche Lösungen herstellen. Das Grundprinzip ist immer dasselbe: Ein spezieller Stecker mit Bluetooth-Funktion wird in die Diagnosebuchse eingesteckt und verbindet sich mit dem Smartphone. Anschließend können sämtliche Informationen des Bordcomputers von der App genutzt werden.

Die Diagnoseschnittstelle hilft beim Nachrüsten

Unter anderem können der Kraftstoffverbrauch, die Kühlwassertemperatur, die Motordrehzahl und vieles mehr ausgelesen und teils sogar in Echtzeit auf dem Smartphone angezeigt werden. Komfortable Zusatzfunktionen wie die automatische Anmeldung zu einem Wartungstermin oder das komfortable Führen eines Fahrtenbuchs ohne umständliche Dateneingaben runden die Funktionen ab. Einige Hersteller bieten inzwischen sogar Stecker mit Mobilfunk an, sodass bestimmte Funktionen wie Fahrtverfolgung und Ortung des Fahrzeuges, aber auch Unfallalarme möglich sind. In diesem Fall werden die Smartcar-Daten beim Verlassen des Fahrzeugs via Cloud an das Smartphone übertragen.

Leider sind nicht alle Systeme in Europa oder Deutschland verfügbar. So bietet beispielsweise Automatic seine Dienste lediglich in den USA an. Auch Samsung Connect Auto soll zunächst in den USA eingeführt werden, später erst in Europa. Das System als solches ist sehr interessant, da der Verbindungsstecker mit LTE ausgerüstet ist und somit erweiterte Smartcar-Funktionen ermöglicht - etwa die Bedienung der Zentralverriegelung aus der Ferne. Auch die Autohersteller sind in diesem Bereich aktiv, Mercedes hat ein eigenes Retrofit-System eingeführt. Zur Mercedes Me-App gehört auch ein OBD2-Adapter, der in bestimmten Modellen genutzt werden kann.

Das Karlsruher Startup Pace Telematics hat mit dem Pace Link für die OBD-Buchse, der Pace Car App und der Pace Cloud ein System entwickelt, das eine Vielzahl an Automodellen auf zu Smartcars macht. Zu den Funktionen gehört neben dem automatischen Notruf ein elektronisches Fahrtenbuch und ein Spritspartrainer, das Auslesen und Erklären von Fehlercodes des Autos, die Find-My-Car Funktion, der Tankstellen-Preisvergleich, der Traffic Monitor, das Benzinkostentracking und der Performance-Monitor mit Echtzeitdaten. Bald wird es auch eine Möglichkeit geben, Parkplätze und Tankstellen automatisch zu bezahlen.

Bildquelle: Thinkstock

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