Bleiben die Züge im Depot, schauen sich alle, die aus beruflichen Gründen zur Mobilität verdammt sind, nach Alternativen um. Die meisten reihen sich dann in kilometerlange Staus auf den Autobahnen ein und vergeuden wertvolle Arbeitszeit mit Stillstehen. Da kommt das hochautomatisierte Fahrzeug doch wie gerufen, um schon auf dem Weg zur Arbeitsstätte statt dem Lenkrad den Laptop zur Hand zu nehmen und produktiv zu sein. Oder doch nicht?
Trotz zahlreicher Assistenzsysteme ist derzeit noch der Mensch der bessere Fahrer. Doch die technischen Machbarkeiten haben die Jahre, in denen ein Mensch hinter dem Steuer sitzen muss, angezählt. Weniger Staus und Unfälle, dafür mehr Bequemlichkeit versprechen die Zukunftskonzepte der Autohersteller. Dies geht zwangsläufig einher mit permanenter Überwachung: sowohl im Innenraum des Autos, um die Verfassung des „Fahrers“ aufzuzeichnen, weil dieser stets bereit sein muss, die Führung zu übernehmen, als auch sämtlicher GPS-Daten, um die beste Route auszuwählen.
Nicht nur ethische Fragen mit Blick darauf, ob ein Computersystem im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden kann, stehen im Raum. Auch die allgemeine Daseinsberechtigung und die Arbeitskraft des Menschen stehen damit zur Diskussion. Denn längst ist nicht mehr nur vom autonomen Fahren die Rede. So sind in einigen europäischen Me-tropolen bereits führerlose U-Bahnen unterwegs – was zumindest das Streikproblem löst. Und auch in der Luftfahrt wird nach dem jüngsten tragischen Ereignis wieder mehr Vertrauen in den Autopiloten als in den Menschen gesetzt. Eine Sicherheitsgarantie ist das aber noch lange nicht, schließlich lässt sich nahezu jedes System hacken.
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