Überweisungen ins Ausland per App

Azimo: Mobiler Geldtransfer

Der internationale Geldtransfermarkt beläuft sich auf rund 600 Milliarden Dollar und wird zu großen Teilen von Migranten betrieben, die Geldbeträge ins Ausland schicken. Viele dieser Transaktionen laufen offline ab – trotz hoher Gebühren. Mit Marta Krupinska, Geschäftsführerin von Azimo, sprach MOBILE BUSINESS über die Geschäftsidee und jüngste App-Erweiterungen.

Marta Krupinska, Azimo

„Die Integration von Siri gibt Kunden die Möglichkeit unser System zu nutzen und den Prozess einfacher und schneller zu gestalten“, berichtet Marta Krupinska.

Frau Krupinska, welche Idee steckt hinter Azimo?
Marta Krupinska:
Bevor Michael Kent, unserer früherer CTO Marek Wawro und ich Azimo gründeten, arbeitete ich in Dublin und machte aus erster Hand die Erfahrung, wie schwierig es ist, Geld zu versenden. Ich wollte damals einen Teil meines Gehaltes nach Hause schicken um meine Mutter in Polen zu unterstützen und fand heraus, dass es billiger war ein Flugticket zu kaufen und ihr das Geld persönlich zu übergeben, als zehn Prozent oder noch mehr an Transferkosten zu bezahlen. Michael und ich stellten fest, dass das Wachstum der Mobilität und die steigenden digitalen Erwartungen der Verbraucher zusammengeführt werden sollten, um einen nahtlosen, überall und zu jeder Zeit verfügbaren Geldtransfer-Service anzubieten, der zudem keine hohen Gebühren kostet. So entschieden wir uns Azimo ins Leben zu rufen und schufen damit einen Weg für Menschen, die im Ausland leben, Gelder zu ihren Familien und Freunden zu transferieren.

Seit kurzem ist es möglich über die App Geld sprachgesteuert über Siri zu versenden. Und auch ein Facebook-Bot wurde integriert. Warum?
Krupinska:
Wir wissen, dass ein großer Teil der Menschen, die Auslandsüberweisungen tätigen, auf Facebook aktiv sind, um den Kontakt zu Familie und Freunden zu halten. Deshalb haben wir uns für eine Zusammenarbeit mit Facebook entschieden um Geldtransfers mithilfe des Facebook-Bots anbieten zu können. Diese Integration erlaubt Absender und Empfänger über ihre Facebook-Freundesliste Informationen auszutauschen und mit der Azimo-App zu verknüpfen, dadurch wird eine Überweisung mit wenigen Klicks möglich.

Auch die Integration von Siri gibt Kunden die Möglichkeit unser System zu nutzen und den Prozess einfacher und schneller zu gestalten. Hierfür muss man lediglich Siri den Betrag und den Namen des Empfängers nennen und die Zahlung wird für den Kunden vorbereitet. Danach muss sich der Absender nur noch auf seinem Azimo-Konto anmelden und den Transfer autorisieren. Somit müssen sämtliche Zahlungsinformationen nicht mehr manuell eingegeben werden und es besteht dennoch eine zusätzliche Sicherheitsebene um Fehler zu verhindern.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz (KI) in Ihrem Geschäftsumfeld?
Krupinska:
Wir haben bereits die ersten KI-Applikationen für Finanzdienstleistungen gesehen, so zum Beispiel in Form von Chatbots für den digitalen Geldtransfer. Dies ist etwas, das wir bei Azimo eingeführt haben und was uns ermöglicht die Geschwindigkeitsrate in der Kommunikation mit unseren Kunden zu erhöhen. Darüber hinaus setzen wir künstliche Intelligenz und lernende Rechner für die Sicherheit unserer Kunden ein. Im Rahmen unserer Betrugsaufdeckung haben wir die Möglichkeit festzustellen, wann und wie Dokumente verwendet werden. Der Einsatz von KI bedeutet für uns nicht auf die Personenüberprüfung zu verzichten, gibt uns aber eine zusätzliche Sicherheitsschleuse.

Welche Entwicklungen erwarten Sie im kommenden Jahr in Bezug auf mobile Bezahlverfahren?
Krupinska:
Der Finanzdienstleistungssektor befindet sich im digitalen Wandel. Vor 10 Jahren hatte das Smartphone die mobile Welt noch nicht verändert. Während ein Großteil der Banken Online-Banking anbot, war die Vorstellung Geld mit einem Fingerstreich über das Smartphone zu versenden oder den Kontostand durch den biometrischen Fingerabdruck zu überprüfen nur ein Wunschtraum. Heutzutage wird erwartet, dass jede Finanzdienstleistung digital machbar ist – jede Aktion soll überall, auf jedem Gerät und mit minimalem Aufwand durchgeführt werden können. Diese Entwicklung wird so weiter gehen, solange die Konsumenten nach Lösungen suchen, die zu ihrem digitalen Leben passen. Innerhalb des nächsten Jahres wird der Fokus auf der Nutzung von Big Data für Targeting und Customer Value Management liegen.

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