Smarte Kamera vom Fraunhofer-Institut IGD

Bahnbrechende Unterwasseraufnahmen

Meere stellen eine Herausforderung für die Forschung, Nutzen für die Wirtschaft und alle zwei Jahre Thema der Oceanology International in London dar. Diesmal mit dabei: eine intelligente Kamera, die Objekte unter Wasser in Echtzeit auswerten und analysieren soll.

Die intelligente Kamera SynaptiCam

Die intelligente Kamera SynaptiCam soll Objekte im Wasser in Echtzeit erkennen, klassifizieren und segmentieren.

Mehr als zwei Drittel unseres Planeten sind von Wasser bedeckt und doch wissen wir mehr über die Mondoberfläche als über das Leben im Meer. Dabei wächst die Bedeutung der Meere als Lebens- und Wirtschaftsraum seit Jahren beständig. Um die Weltmeere effektiv und vor allem nachhaltig als Transportweg, Nahrungsquelle oder als Lieferant für Erdöl und Erdgas nutzen zu können, braucht es Technologien, die sich den Gegebenheiten unter Wasser anpassen. Herausforderungen stellen in erster Linie die Sicht-, Druck- und Strömungsverhältnisse dar. Auf der Oceanology zeigt das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD hierfür nun verschiedene Anwendungen aus den Bereichen Visualisierung und Bildverbesserung.

Eines der Exponate ist die intelligente Kamera „SynaptiCam“. Dahinter verbirgt sich ein eingebettetes System, kombiniert mit einer oder mehreren Kameras. Dieses soll es ermöglichen, Objekte in Echtzeit zu erkennen, zu klassifizieren und zu segmentieren. Als Kamera zur Überwachung und Beobachtung von Unterwassersituationen vereine sie geringe Stromaufnahme und einfache Anbindung unterschiedlicher Kameras, so das Fraunhofer-Institut. Außerdem sei sie sehr kompakt und damit flexibel einsetzbar.

Die Kamera kann an ein Unterwasserfahrzeug montiert, aber auch fest stationiert betrieben werden, wobei sie Bilddaten in Echtzeit verarbeiten soll. Mögliche Einsatzszenarien sind laut Entwickler das Monitoring von Fischen, die Überwachung und Inspektion technischer Anlagen oder die Dokumentation von Tauchgängen. Wurde beispielsweise ursprünglich die Anzahl der Fische auf einem Foto abgezählt, so sei es nun möglich, einzelne Arten automatisch zu klassifizieren und die Fische so zu vermessen, dass man auf deren Gewicht schließen kann. Ein zuvor trainiertes neuronales Netz helfe den Forschern dabei, bestimmte Fischarten von anderen zu unterscheiden und das „Gesehene“ richtig zu interpretieren. Gemeinsam mit der 3D-Vermessung stellt das Erkennen von Objekten derzeit den Kernpunkt der Unterwasserbildbearbeitung am Fraunhofer IGD dar.

Die Oceanology International in London ist eine internationale Fachmesse für Meeresforschung und -technik, die in diesem Jahr vom 13. bis 15. März in London ihre Tore öffnet.

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