Mobile Payment gewünscht

„Bargeld ist lästig, schwer und schmutzig“

Fin Glowick, Head of Business bei Invoiz, findet es lästig, Bargeld mit sich herumzuschleppen. Sein Smartphone und seine Smartwatch hat er immer dabei. Wie er zum Mobile Payment steht, verrät er im Interview mit MOBILE BUSINESS.

Fin Glowick, Head of Business bei Invoiz

„Bargeld mit mir rumschleppen ist für mich einfach lästig“, meint Fin Glowick von Invoiz.

MOB: Herr Glowick, welchen Einfluss übt die derzeitige Corona-Krise auf den deutschen Mobile-Payment-Markt aus?
Fin Glowick:
Ich denke, es hat eine gewisse Aufmerksamkeit für das Mobile Payment gebracht. Bei allen Discountern wurde darum gebeten, nach Möglichkeit so wenig wie möglich mit Bargeld zu zahlen. Dadurch haben sich die Nutzer und Händler auch noch einmal genauer mit dem Thema auseinandergesetzt. Man merkt, wie einfach und bequem Mobile Payment ist, und gewöhnt sich auch nach der Krise weiterhin daran. Banken, die Mobile Payment noch nicht unterstützen, geraten natürlich etwas in Zugzwang, wenn sich der Trend weiter fortsetzt.

MOB: Inwieweit sind die Unternehmen/Händler/Dienstleister hierzulande bereits aufs mobile Bezahlen per Smartphone oder Smartwatch eingestellt?
Glowick:
Es wird definitiv besser, aber immer noch ausbaufähig. Große Discounter sind da schon recht gut ausgestattet und kontaktloses Bezahlen ist bei den meisten möglich (Aldi, Lidl, etc.). Das Problem ist eher bei kleineren, „privaten“ Läden. Bäckereien waren und sind auch immer noch so eine Sache. Jetzt habe ich mittlerweile schon die ersten Bäcker gesehen, wo es möglich ist, und es hat mich sehr gefreut. Bargeld mit mir herumzuschleppen ist für mich einfach lästig. Mein Smartphone und meine Smartwatch habe ich immer dabei und sie nehmen keinen „zusätzlichen Platz“ weg.

MOB: Was sind die häufigsten Bedenken, wenn es um die Einführung und Nutzung von Mobile-Payment-Lösungen geht?
Glowick:
Häufig sind es Bedenken rund um den Schutz der persönlichen Daten, die via Technik von einem Gerät auf das andere übertragen werden. Diese „Gefahr“ hat man bei der Bargeldzahlung z.B. nicht. Darüber hinaus gibt es Bedenken, ob die eigene Zahlungsart überhaupt unterstützt wird.

MOB: Wie sollten sich die Banken hierzulande generell anno 2020 aufstellen, um für Firmen-, aber auch Privatkunden attraktiv zu bleiben?
Glowick:
Ich denke, ein großes Plus wäre es schon mal, wenn Banken ihre Reaktionszeit verbessern würden. Banken sind ein großer Komplex und oft sehr steif. Das heißt, Anpassungen ziehen lange Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse mit sich. Das ist natürlich wenig förderlich bei akuten Themen. Es sollte aber auch ein gewisser Standard zwischen „alten“ Offline-Banken und den neueren Online-Banken herrschen. Das macht die Integration für Firmenkunden deutlich einfacher und unkomplizierter.

MOB: Welche Rolle spielen hierbei digitale Lösungen wie etwa Smartphone-Banking, Video-Banking, etc.?
Glowick:
Ich denke, gerade für die heranwachsenden Generationen ist das sehr interessant, wenn nicht sogar schon Voraussetzung. Ich habe selber Freunde, die die Bank gewechselt haben, weil es kein Smartphone Payment bei ihrer alten Bank gab oder weil noch „altmodische“ Kontoführungsgebühren verlangt wurden.

MOB: Digitale Banking-Lösungen rufen auch immer wieder Cyberkriminelle auf den Plan. Worauf sollten Anbieter/Nutzer demnach besonders achten?
Glowick:
Offizielle Zertifizierungen sind ein gutes Merkmal für seriöse Anbieter. Zertifizierungen sind zwar meistens mit einem großen Aufwand und hohen Kosten verbunden, zeigen dem Nutzer aber ganz klar, dass es sich bei dem Anbieter um eine sichere Lösung handelt, die entsprechend geprüft und gesichert ist. Eine Recherche vor dem Einsatz von Drittanbietern sollte man also auf jeden Fall machen.

MOB: Eine Welt ganz ohne Bargeld – ist das vorstellbar? Wenn ja, wann könnte es soweit sein?
Glowick:
Ich würde es mir sogar wünschen. Bargeld ist lästig, schwer und schmutzig. Mein Handy bzw. meine Uhr habe ich sowieso immer dabei und kann mit ihr einfach und bequem bezahlen. Es ist aber vor allem eine Generationsfrage. Ältere Menschen sind mit Bargeld aufgewachsen und werden dies wahrscheinlich auch noch weiterhin nutzen. Millennials hingegen sind schon eher mit Smartphones und somit z.B. auch Kartenzahlung und kontaktlosem Zahlen aufgewachsen bzw. so technikaffin, dass sie es schnell lernen.

Bildquelle: Invoiz

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