Smartphone ersetzt Bankkarte

Bargeld mobil abheben

Kein Portmonee dabei? Macht nichts. Denn für Smartphone-Besitzer gibt es jetzt auch ohne Karte Bargeld am Bankautomaten. Jedenfalls dann, wenn es sich um Kunden einer der 280 Genossenschaftsbanken handelt, die diesen Service zur Verfügung stellen.

Genossenschaftsbanken Bankautomat

Mit VR-mobileCash lässt sich per Smartphone Bargeld am Automaten abheben.

Banken, die ihre Kunden langfristig an sich binden und neue hinzugewinnen wollen, müssen mit ihrem Angebot auf den mobilen Zeitgeist reagieren. Je breiter das Bankangebot auf mobilen Geräten ist, desto besser kann die Bank ihre Kunden in jeder Situation begleiten. Im Alltag erfüllen Smartphones ohnehin immer mehr Funktionen – nur Geldabheben am Bankautomaten mit dem Smartphone war bisher nicht möglich.

Dass das Bargeldabheben am SB-Terminal mit einem Mobilgerät möglich ist, demonstrieren die Entwickler der Fiducia & GAD mit der Anwendung VR-mobilecash. Diese wurde als ein integraler Bestandteil der bestehenden VR-Banking-App konzipiert. Denn zur genossenschaftlichen Mobilitätsstrategie gehört ein 1-App-Ansatz, zukünftig wird es in den App-Stores nur noch eine App für alle Institute geben.

Einfach kartenlos

Zu den Pilotbanken für dieses Verfahren zählten die Frankenberger Bank sowie die Volksbank Kaiserslautern-Nordwest-pfalz eG. In beiden Häusern wurde VR-mobilecash drei Monate lang geprüft und anschließend regulär in die VR-Banking-App integriert. Einen Vorgeschmack auf die Kundenakzeptanz für mobiles Geldabheben erhielten die Banken durch die positive Resonanz der eigenen Mitarbeiter: In der Frankenberger Bank hatte sich kurz nach dem Projektstart im Dezember 2014 rund ein Drittel der Belegschaft registriert. Ähnlich verhielt es sich in der Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz. Für diese Bank hätte es zudem keinen besseren Einführungszeitpunkt geben können. Denn im ersten Quartal 2015 war die Eröffnung einer Zukunftsfiliale unter dem Namen „Vobaconnect“ in der Innenstadt geplant. Der Name steht für „Volksbank verbindet“, weil das Filialkonzept darauf abzielt, vielfältige Verbindungen zwischen realer Bank und der digitalen Welt zu verwirklichen. Etliche Angebote, die vor Ort in der Zukunftsfiliale erlebbar sind, stehen auch online auf dem PC, Tablet oder Smartphone zur Verfügung.

Die Anwendung ist auf jedem Smartphone mit Sim-Karte und Android (ab 2.2) oder iOS (ab 7.0) einsatzbereit, auf dem die VR-Banking-App läuft. Einzige Zusatzvoraussetzung: eine einmalige Registrierung der Funktion „Mobile Auszahlung“ bei der jeweiligen Hausbank, die dem Kunden daraufhin eine mobile PIN (mPIN) samt FreischaltCode auf dem Postweg zusendet.

Mit der mPIN sind Bargeldabhebungen genauso einfach wie mit der üblichen Karten-PIN: Der Kunde startet die App auf seinem Smartphone, wählt den Menüpunkt „Mobile Auszahlung“ und dort das betreffende Konto aus. Es folgt die Eingabe des gewünschten Auszahlungsbetrages und einer eventuellen Stückelung. Auf dem Automatendisplay erscheint eine mobile Transaktionsidentifikationsnummer (mTIN). Diese ist nur noch in die App zu tippen – bevor die Eingabe der mPIN am SB-Terminal den Vorgang abschließt und der gewünschte Betrag ausgezahlt wird.

Kundenresonanz

Wie reagieren Kunden auf die mobile Option? In der Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz hatten sich schon in der Testphase mehrere Dutzend vorwiegend junge Kunden registriert. Seither steigt die Zahl kontinuierlich an. Gleichlautende Erfahrungen lassen sich auch aus der Frankenberger Bank berichten.

Der vergleichsweise geringe Implementierungsaufwand für den zusätzlichen Mobilservice hat sich gelohnt. Bestätigt hat sich auch der 1-App-Ansatz der Genossenschaftlichen Finanzgruppe: Die Bündelung aller Mobilfunktionen in einer App macht nicht nur das Leben der Kunden leichter, sondern vereinfacht auch für die Banken die Integration neuer Mobile-Banking-Features.


Registrierung für mobile Barabhebungen

VR-mobilecash ist dank unterschiedlicher Schutzmechanismen vor Missbrauch und Manipulationen gefeit. Das beginnt mit einem einmaligen Registrierungsschritt: Der Kunde öffnet die VR-Banking-App, meldet sich mit Bankleitzahl und seinem VR-Netkey-Alias an und wählt den Menüpunkt „Mobile Auszahlungen“. Bei erstmaligem Aufruf erscheint auf dem Display eine gerätespezifische App-ID. Während die App geöffnet bleibt, geht es am PC auf der Online-Banking-Homepage weiter, in der Service-Rubrik wird ebenfalls das Smartphone und die gerätespezifische App-ID angezeigt. Durch Bestätigen der Nutzungsbedingungen wird der Anmeldungsvorgang durch eine TAN-Eingabe abgeschlossen. Daraufhin erhält der Kunde getrennt von einander zwei Briefe von der Bank. Der eine enthält die mobile PIN – das Pendant zur üblichen Karten-PIN. Mit dem anderen Brief kommt der Freischaltschlüssel. Nach Eingabe oder Einscannen dieses Codes in der App lässt sich das Smartphone alternativ zur Bankkarte für Barabhebungen am Automaten nutzen.

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