Damit das Modell Smart City funktionieren kann, muss auch die Verwaltung zentralisierter, digitaler und damit komfortabler werden
Wie muss die Mobilität in einer Smart City aussehen? Ein Ansatz ist Tap&Go. Der Gedanke hinter diesem Bezahlverfahren ist es – ganz im Sinne einer Smart City – die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel so komfortabel wie möglich zu gestalten. Der Fahrgast muss mit diesem System nicht mehr vor einem Automaten stehen und sich mit den unterschiedlichen Tarifen herumschlagen. Tap&Go übernimmt diese Schritte: Der Kunde muss nur beim Ein- und Aussteigen seine NFC-fähige Kredit- oder Debitkarte an das Prüfgerät halten. Schon wird automatisch der beste Tarif ermittelt. Das System funktioniert ebenso einfach mit einem Wallet auf einem Handy oder einer Smartwatch.
Ein anderer Weg ist es, die vorhandenen Mobilitätsformen – ÖPNV, E-Scooter, Carsharing – in einer App abrufbar zu machen und dort für die Nutzer je nach Verkehrslage die smarteste Route aufzuzeigen. Vergleichbare Apps gibt es bereits etwa mit Reach Now. Allerdings können die Kunden nur von einzelnen Anbietern Tickets über die App kaufen. Eine vollständige Abwicklung der Ticketkäufe aller Mobilitätsformen ist noch nicht möglich. Am Bezahlen soll es dabei nicht scheitern, jedoch sind zwischen App- und Mobilitätsanbietern noch einige Vereinbarungen zu schließen.
Ein Mobilitätsszenario, das die Vorteile aus App und Tap&Go vereint, könnte dank Bluetooth bald Realität sein. Die Transportalternativen werden in der App angeboten. Entscheidet sich der Kunde für ein öffentliches Verkehrsmittel, wird er beim Betreten ein- und beim Verlassen ausgebucht. Der Bezahlvorgang wird eingeleitet, indem sich bei geöffneter App das Endgerät mit dem Bluetooth-Sender im Fahrzeug verbindet. Die Rolle des Payment Service Providers (PSP) – beispielsweise Computop – ist bei allen aufgeführten Varianten dieselbe: er bindet die vom Dienstleister akzeptierten Karten an das Zahlungssystem an und stößt die Transaktion an.
Damit das Modell Smart City funktionieren kann, muss auch die Verwaltung zentralisierter, digitaler und damit komfortabler werden. Länder wie Estland machen es vor: Hier besitzen alle Bürger eine ID, die mit einer Karte verbunden ist. Auf dieser sind alle relevanten Dokumente des Besitzers vom Personalausweis bis zur Krankenakte hinterlegt. Mithilfe der ID können sich die Esten außerdem in Portalen anmelden und z.B. wählen, eine Geburt registrieren oder ein Unternehmen anmelden.
Im nächsten Schritt sind die Funktionen der Karte in einer App bzw. einem Wallet zu vereinen. Die Umsetzung in Deutschland könnte sich durch das föderale System und die Skepsis hinsichtlich des Datenschutzes jedoch schwierig gestalten. Letztlich muss es auch für die Kostenabwicklung dieser Verwaltungsakte die Möglichkeit eines digitalen Payments geben. Nicht nur mit dem Payment selbst kann ein PSP zu einem smarten Ablauf beitragen. Auch Services wie die Implementierung biometrischer Verfahren oder die Zwei-Faktor-Authentifizierung können bei der Nutzung der Apps miteinfließen.
Neben Smart Mobility und Smart Government tragen viele weitere Puzzleteile wie Smart Environment, Smart Living, Smart Economy und letztlich auch Smart People zum Ziel einer Smart City bei. Der größte Teil dieser Bereiche findet digital statt – und das smarte Payment hält diese Teile zusammen.
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