Modernisierungsprogramm

Bessere Genesung

Kinder, die Spaß haben und sich nicht langweilen, werden schneller gesund. Diese Überlegung brachte das Emma Children’s Hospital dazu, seine kleinen Patienten mit Tablets auszustatten. Welche Rolle MDM dabei spielt, erläutert Oliver Hillegaart, Regional Sales Manager DACH bei Jamf, im Interview.

Oliver Hillegaart, Regional Sales Manager DACH bei Jamf

Oliver Hillegaart, Jamf

MOB: Herr Hillegaart, inwieweit hat die Digitalisierung Einzug in den Healthcare-Bereich gehalten?
Oliver Hillegaart:
iOS-Geräte wie iPads werden in Krankenhäusern zum einen von Patienten, zum anderen von den unterschiedlichsten Mitarbeitertypen wie Pflegern, Ärzten oder Reinigungskräften verwendet. Da die Arbeit im Gesundheitswesen vom Schichtbetrieb geprägt ist, liegt es nahe, dass sich mehrere Personen ein und dasselbe Gerät teilen, Stichwort „Shared Device“. Der Verwaltungsaufwand, der dahintersteckt, bleibt mit einer Lösung für mobiles Gerätemanagement überschaubar. Für Patienten bringen Mobilgeräte viele Mehrwerte: Sie haben je nach installierter App Zugang zu ihren Krankenakten, können Medien und Spiele nutzen sowie ihre Speisen und Getränke bestellen. In Deutschland ist die Entwicklung noch etwas zögerlich.

MOB: Vor welchem Hintergrund hat sich das Emma Children’s Hospital für den Einsatz von iPads entschieden?
Hillegaart:
Das Hospital kann auf eine rund 150-jährige Tradition zurückblicken und war stets für neue Einflüsse und Ideen offen. Vor 15 Jahren startete das Krankenhaus ein allumfassendes Modernisierungsprogramm, um noch besser auf das Wohl und die bestmögliche Genesung der kleinen Patienten eingehen zu können. Die Überlegung war: Kinder, die Spaß haben, werden schneller gesund. An der Wand befestigte Monitore wurden daher durch iPads ersetzt, da sie vielseitiger und bequemer genutzt werden können. Jeder Patient hat jetzt Zugang zu einem iPad, auf dem sich Content befindet, der ganz speziell für seine Altersgruppe und Krankheit ausgewählt wurde. Aber die Geräte dienen mehr als nur der Unterhaltung. Sie ermöglichen auch eine einfache Kommunikation zwischen der Familie des Patienten und dem Pflegepersonal.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo. 

MOB: Was sprach gegen Android-Geräte?
Hillegaart:
Bei Emma Children‘s ging es nicht so sehr um die Art des Geräts, sondern darum, ob die mobilen Devices den Bedürfnissen der Patienten genügen. Apple-Geräte entsprachen eher dem „Look and Feel“, für den das Hospital stehen wollte. Ebenso sprach die Integration in die vorhandene IT-Infrastruktur für Apple.

MOB: Worin bestehen die Herausforderungen des Mobile Device Managements (MDM) von Apple-Geräten im Gesundheitswesen?
Hillegaart:
Eine MDM-Lösung alleine reicht in der Regel nicht aus, um für einen Kunden im Gesundheitswesen ein schlüssiges Nutzererlebnis bereitzustellen. Deshalb arbeiten wir im Gesundheitswesen oft mit Partnern zusammen. Diese stellen spezielle Apps für iOS zur Verfügung, die die Patienten während des Krankenhausaufenthaltes optimal unterstützen, z.B. durch personalisierte Angebote. Diese Apps können Informationen über den Aufenthalt eines Patienten in einem Krankenhaus liefern, aber auch den Zugang zu Medien wie Fernsehen, Radio und Spielen möglichst einfach gestalten. Mit unserem zertifizierten Managed-Service-Provider Careservant bieten wir den kleinen Patienten im Emma Children’s eine auf Alter und persönliche Bedürfnisse zugeschnittene Nutzererfahrung an.

MOB: Wie wird hierbei die Sicherheit der Patientendaten gewährleistet?
Hillegaart:
Die DSGVO hat für uns oberste Priorität. Weder wir noch unser Partner greifen standardmäßig auf Patientendaten zu. Nur wenn explizit der Bedarf besteht, verbindet sich die App von Careservant mit der digitalen Patientenakte. Sobald der Patient mit allen Behandlungen fertig ist und entlassen wird, wird das Gerät – und damit alle patientenbezogenen Daten, Informationen und Historien – zurückgesetzt.

MOB: Wie kann das Apple-Nutzererlebnis für Patienten noch weiter verbessert werden?
Hillegaart:
Hier ist das Ziel, das Angebot auf den Geräten so genau wie möglich an die Bedürfnisse anzupassen. Mithilfe einer MDM-Lösung wurde im St. Emma Children‘s beispielsweise ein Self-Service-App-Store eingerichtet, der es den Patienten ermöglicht, sich die Anwendungen seiner Wahl selbständig zu installieren. Auch die Gestaltung der Benutzeroberfläche kann bis zu einem gewissen Grad personalisiert und dank MDM zentral wieder zurückgesetzt werden, wenn ein neuer Patient das Gerät erhält.

Bildquelle: Jamf

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