Ist das möglich?

Bezahlen per Ultraschallwelle

Im Interview erläutert Jonas Flint, Geschäftsführer der DEJ Technology GmbH, die Rolle von Ultraschall im Bereich „Mobile Payment“ und 
welche weiteren Möglichkeiten jene Wellen in Zukunft bieten könnten.

  • Mobile Payment mit Ultraschall

    Ultraschall als direkter Übertragungskanal für Mobile Payment

  • Jonas Flint, DEJ Technology GmbH

    Laut Jonas Flint, DEJ Technology GmbH, wird zukünftig das Laden von Smartphones via Ultraschall möglich sein.

Herr Flint, welche Rolle spielen Ultraschallwellen im Bereich „Mobile Payment“?
Jonas Flint:
Ultraschallwellen durchdringen keine Hauswände. Außerdem erzielen Ultraschallübertragungen mit handelsüblichen Smartphones Reichweiten im einstelligen Meter-Bereich. NFC-Übertragungen hingegen erreichen nur wenige Zentimeter, Bluetooth und WLAN bis zu 100 Meter. Das mobile Bezahlen kann mit Ultraschall daher zwischen Geräten erfolgen, die sich im selben Raum befinden.

Inwieweit kommt die Ultraschalltechnologie bereits bei mobilen Bezahlprozessen in Deutschland zum Einsatz?
Flint:
Ultraschall ist mir als direkter Übertragungskanal für Mobile Payment in Deutschland nicht bekannt.

Worin bestehen die Vorteile und Möglichkeiten etwa im Vergleich zur Übertragung via Radiowellen?
Flint:
Durch physikalische Eigenschaften ist die Positionsbestimmung über Ultraschall genauer als bei Bluetooth und WLAN. Ultraschall erlaubt somit ein raumgenaues Übertragen von Informationen. Die Lautsprecherinfrastruktur zum Senden von Ultraschall ist meistens in Gebäuden vorhanden und wird z. B. zur Indoor-Navigation wie bei Koopango verwendet.

Was sind die Voraussetzungen, damit ein Bezahlvorgang per Ultraschallwellen sicher abgeschlossen werden kann?
Flint:
Die Geräte müssen sich in „Hörreichweite“ befinden. Wichtig ist aber, wie bei allen mobilen Payment-Lösungen, dass ein sicheres Übertragungsprotokoll zur mobilen Bezahlung verwendet wird.

Was könnten hier Störfaktoren sein?
Flint:
Störfaktoren sind Ultraschallsignale, die sich im gleichen Frequenzbereich befinden. Diese können zum einen unbeabsichtigte Ultraschalltöne sein wie z.B. die Geräusche einer Bohrmaschine. Zum anderen können Ultraschalltöne von anderen Ultraschallanwendungen stammen wie z.B. von Testtönen, die bei einigen Lautsprecherinstallationen permanent ausgesendet werden.

Welche Rolle spielt die Ultraschalltechnologie konkret 
in Ihrem bzw. für Ihr Unternehmen?
Flint:
Unser Produkt Koopango nutzt Ultraschall, um Smart
phones auf 50 cm Genauigkeit im Einzelhandel zu positionieren. Mit der Lösung können sich Kunden in der Filiale zu den Produkten ihrer Shopping-Liste navigieren. Außerdem ermöglichen wir es Einzelhändlern, personalisierte Zusatzinformationen je Regal und Produkt anzuzeigen.

Welche Anwendungsmöglichkeiten für Ultraschallwellen wird es demnächst zusätzlich geben?
Flint:
Es wird viele spannenden Produkte und Lösungen geben, von denen wir gar nicht wussten, dass sie möglich sind. Beispielsweise wird das Laden des Smartphone-Akkus mittels Ultraschall möglich sein. Außerdem wird Ultraschall die spontane Vernetzung von Gruppen ermöglichen. Es könnten Micro-Social-Networks entstehen, die Menschen miteinander verbinden, die physisch dicht beieinander stehen. So könnten in einem Meeting beispielsweise Dateien schnell und unkompliziert, ohne das Eingeben von Passwörtern, ausgetauscht werden.

Bildquellen: Thinkstock/iStock, DEJ Technology

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok