Rechte für Hinterbliebene

BGH-Urteil zum digitalen Erbe

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat entschieden, dass ein Berliner Elternpaar auf das Facebook-Konto seiner 2013 verstorbenen Tochter zugreifen darf.

Richter Hammer

Facebook bietet jetzt schon Möglichkeiten, den Nachlass des eigenen Kontos zu regeln.

Das Urteil wurde mit Spannung erwartet, nun herrscht Klarheit: Laut dem Bundesgerichtshof (BGH) haben Erben das Recht darauf, auch digitale Hinterlassenschaften wie Social-Media-Korrespondenzen einzusehen. Das entschied der BGH am Donnerstag in letzter Instanz und hob damit ein Urteil des Berliner Kammergerichts auf, das zunächst der Verweigerungshaltung von Facebook recht gab. Bei dem sozialen Netzwerk sperrte man sich aufgrund des Fernmeldegeheimnis und Bedenken bezüglich des Datenschutzes gegen die Herausgabe des Kontos.

Nutzer sollten vorsorgen

Das Urteil hat das Zeug zum Präzedenzfall, ist die Thematik für die hiesigen Gerichte doch ganz klar fremdes Terrain. Der Verband Bitkom rät zu einem bewussten und frühzeitigen Umgang mit dem Thema. Internetnutzer sollen demnach schriftlich festhalten, wie und durch wen nach dem Tod die eigenen digitalen Daten verwaltet beziehungsweise gelöscht werden sollen. Das betrifft nicht nur Facebook, sondern auch alle anderen Dienste, bei denen private Inhalte gespeichert werden. Laut einer Umfrage des Vereins haben sich darum bisher nur 18 Prozent der Teilnehmer erledigt.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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