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Bis zu 10 Gigabit - das Kupferkabel wird breiter

Breitband für alle – das neue Mantra der Telcos. Das bedeutet aber nicht Glasfaser in jeder Wohnung. Erst wird aus dem Kupferkabel der letzte Rest herausgequetscht.

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland in Sachen Breitband und Glasfaser nicht so gut ab: In den einschlägigen Statistiken taucht sie wegen der lächerlichen drei Prozent FTTH-Abdeckung ("Fiber to the Home") je nach Zählweise entweder gar nicht oder auf den letzten Plätzen auf.

Besser sieht es bei FTTC ("Fiber to the Curb") aus: Gut 45 Prozent der Haushalte sind damit erreichbar. Bei dieser Technologie endet das Glasfaserkabel im Kabelverzweiger am Straßenrand. Ab diesem Punkt nutzt das Signal die vorhandenen Kupferkabel bis zum Kunden.

50.000 Euro pro Kilometer

Hier haben Städte eindeutig das bessere Los gezogen: Weil die Hauptkabel zumeist in Rohren verlegt sind, die über Kanaldeckel zugänglich sind, können einfach Glasfaserkabel eingezogen werden. Auf dem Land sind Kupferkabel meist direkt im Erdreich verbuddelt.

Kurz und gut: Weil auf dem Land FTTH wegen der Neuverlegung aller Kabel erhebliche Kosten (ab 50.000 €/km) hätte, setzt die Telekom auf Vectoring. Mit dieser Kupferkabel-Technologie können aus einem vorhandenen VDSL2-Anschluss nochmal ein paar Megabit pro Sekunde mehr herausgeholt werden.

"Breitband für alle" bedeutet also zunächst einmal den Aufbau einer Glasfaser-Infrastruktur bis zu den Anschlussverteilern. Die oft recht lange und teure letzte Meile bleibt, wie sie ist. Dadurch entsteht ein gewisser Druck, durch noch mehr technologische Tricks noch mehr Bandbreite aus dem Kupfer herauszuholen.

Aktuell ist der Diskussion in der Diskussion ist ein Standard mit dem Namen "G.Fast", mit dem unter bestimmten Umständen ein Gigabit pro Sekunde erreicht wird. Die maximale Distanz ist 250 Meter vom Verteilpunkt aus.

Die maximale symetrische Datenrate von 500 Megabit pro Hin- und Rückkanal  ergibt sich allerdings erst bei einer Distanz von hundert Metern oder weniger. Zusammen mit der Vectoring-Technologie ist über diese Entfernung allerdings ein Gigabit und mehr zu erreichen.

Fünf Gigabit – aber nur über 30 Meter

In den Laboren der Hersteller geht es sogar noch schneller: Bell Labs, die Forschungsstelle von Alcatel Lucent,  erreicht bei 30 Meter Kabellänge fünf Gigabit pro Sekunde in jeder Richtung. Fraglich ist allerdings, wann die entsprechende Technologie auf den Markt kommt. G.Fast-Produkte zum Beispiel sollen erst 2015 erscheinen - wenn alles klappt.

Noch weniger klar ist, wann und vor allen Dingen wo diese Technologien tatsächlich in der Fläche ausgeliefert werden. So handelt es sich in jedem Fall immer um die berüchtigten "Bis-Zu-"Technologien. Welche Datenübertragungsrate Endkunden in der Praxis haben, hängt von allerlei Unwägbarkeiten ab. Dieses Problem wird also den Internetnutzern auf dem Land erhalten bleiben.

Bildquelle:  Alex Dreher / pixelio.de

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