Kryptowährung

Bitcoin: Chancen und Risiken

Am Wochenende ist der Bitcoin erstmals über die Marke von 2000 US-Dollar gestiegen. Chancen in Japan und USA wecken Hoffnungen der Spekulanten. Deutsche Banker warnen.

Noch ist der Bitcoin nicht alltagstauglich. Foto: Jens Kalaene

Noch ist der Bitcoin nicht alltagstauglich. Foto: Jens Kalaene

Bitcoin: 2008 erlebte die Kryptowährung ihre Geburtsstunde, zwei Jahre später soll der erste Handel damit stattgefunden haben. Angeblich hat ein Programmierer damals 10.000 Bitcoins gegen zwei Pizzen getauscht.

Nimmt man den aktuellen Wert, so wären das heute mehr als 20 Millionen Dollar. Denn am Wochenende ist der Bitcoin erstmals über die Marke von 2000 US-Dollar gesprungen, zum Wochenstart waren es dann sogar mehr als 2100 Dollar. Zum Vergleich: Eine Feinunze Gold kostete zuletzt rund 1250 Dollar.

Dass hiermit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, glauben viele. Gleichzeitig gibt es Stimmen, die vor den starken Schwankungen und der Gefahr eines Einbruchs warnen - in Deutschland nicht zuletzt die Bundesbank.

Japan macht Bitcoin zum Zahlungsmittel

Als Gründe für den Anstieg werden derzeit vornehmlich Japan und die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC ins Feld geführt. Während die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt den Bitcoin Anfang April zu einem offiziellen Zahlungsmittel erklärt hat, steht die SEC womöglich kurz davor, erstmals einen auf Bitcoins basierenden Indexfonds zuzulassen. Es ist in den USA bereits der zweite Anlauf der Winklevoss-Zwillinge, die ihre Prominenz hauptsächlich durch die Behauptung erlangten, die eigentlichen Erfinder von Facebook zu sein. Noch im März hatte die Börsenaufsicht ihrem Fonds eine Absage erteilt. Nun ist die Hoffnung in der Kryptogemeinde groß, endlich den lang ersehnten Durchbruch zu schaffen.

Bitcoin: Unterschiede zu klassischer Währung

Was den Bitcoin von einer klassischen Währung unterscheidet? Es gibt keine staatlichen Kontrolle. Auch braucht es keine Banken. Das macht die ganze Sache so günstig. Während man für eine Auslandsüberweisung über ein traditionelles Kreditinstitut schnell einen zweistelligen Euro-Betrag zahlt, ist die Gebühr für eine Bitcoin-Transaktion verschwindend gering. Meist liegt sie bei 0,0000001 Bitcoins, also nicht einmal einem Cent. Zudem dauert die Transaktion nur Sekunden, ganz egal wie groß die geografische Distanz zweier Konten zueinander ist.

Trotz all der Vorteile finden sich in Deutschland laut dem Branchenportal «btc-echo» bislang nur etwas über hundert Unternehmen, die den Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. In Österreich und der Schweiz sind es zusammengerechnet knapp zwanzig Firmen. Fragt man bei den Anbietern nach, wie oft es vorkommt, dass ein Kunde mit virtuellem Geld bezahlt, so erhält man häufig die gleiche Antwort: Kaum.

Bei Keycoon etwa, einem Frankfurter Onlineshop für 3D-Drucker-Zubehör, passiere das in nicht einmal einem Prozent aller Fälle, berichtet Geschäftsführer Deniz Isik. Wenig anders sieht es bei 4electric aus, einem Zulieferer von Ladezubehör für Elektroautos, ebenfalls aus Frankfurt. Auch hier habe man sich vielmehr aus Überzeugung für den Bitcoin entschieden, heißt es vom Inhaber.

Bei der Fotografin Katrin Probst war es der Ehemann, der die Idee hatte, Bitcoins als Zahlungsoption anzubieten. «Er ist ein Nerd», erzählt sie augenzwinkernd. Bisher habe aber noch niemand von der Zahlungsmöglichkeit Gebrauch gemacht. «Vielleicht ist das bei mir die falsche Zielgruppe.»

Starke Volatilität

Vielleicht ist es aber auch die kollektive Angst vor der starken Volatilität, die mit der Angreifbarkeit digitaler Währungen einhergeht. Tatsächlich gab es seit 2014 mehrere markante Einbrüche, meistens als Folge von Hackerangriffen auf große Krypto-Tauschbörsen, wie MtGox oder BitFinex. Erst vor ein paar Tagen hatte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele seine Warnung wiederholt, der Bitcoin sei «kein geeignetes Medium» um Werte aufzubewahren. Vielmehr handele es sich hierbei um ein «Spekulationsobjekt», dessen Wert sich rapide verändere.

Die Japaner scheinen das aber anders zu sehen: Mit dem Billigflieger Peach Aviation akzeptiert die erste japanische Fluggesellschaft den Bitcoin. Die ersten Tickets können zum Ende des Jahres mit der Kryptowährung gekauft werden, teilte die Airline am Montag mit. Peach Aviation will damit Kunden aus dem restlichen Asien anlocken.

 

dpa/rs

 

 

 

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