Fokus auf Software und Dienstleistungen

Blackberry wird keine Smartphones mehr entwickeln

Blackberry gibt bekannt, künftig keine Smartphones mehr zu entwickeln und stattdessen das Geschäft mit Software und Dienstleistungen voranzutreiben.

Blackberry hatte die Anfangsjahre des Smartphone-Geschäfts geprägt. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Blackberry hatte die Anfangsjahre des Smartphone-Geschäfts geprägt. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Es ist das Ende einer Ära: Der Smartphone-Pionier Blackberry will nach andauernden Verlusten keine Smartphones mehr selbst entwickeln. Diese Arbeit wird künftig an Partner ausgelagert werden, kündigte Blackberry-Chef John Chen an.

Ein Beispiel für die neue Strategie sei ein Gemeinschaftsunternehmen in Indonesien, in dem Blackberry sich auf die Software-Entwicklung fokussiert. Schon das jüngste Modell DTEK50 war eigentlich ein Telefon des Herstellers Alcatel mit Blackberry-Logo.

Die Kanadier hatten die Anfangsjahre des Smartphone-Geschäfts geprägt, die Geräte wurden jedoch im Laufe der Zeit von Telefonen mit dem Android-System von Google und dem iPhone von Apple verdrängt. Der Marktanteil war zuletzt an die Marke von 0,1 Prozent geschrumpft. Im vergangenen Geschäftsquartal verkaufte Blackberry nur noch 400 000 Telefone.

Chen richtet Blackberry nun vor allem auf das Geschäft mit Software und Dienstleistungen für Unternehmen aus und will so im laufenden Geschäftsjahr aus der Verlustzone kommen. Er hatte wiederholt angekündigt, dass er aus dem Hardware-Geschäft aussteigen werde, wenn es nicht aus den roten Zahlen kommt. Erwogen wurde auch schon, das eigene Betriebssystem aufzugeben und auf Android umzusteigen.

In dem Ende August abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal verbuchte Blackberry einen Verlust von 372 Millionen US-Dollar nach einem kleinen Gewinn von 51 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz fiel von 490 auf 334 Millionen Dollar. Analysten hatten zwar mit höheren Erlösen gerechnet, doch unter dem Strich fiel das Ergebnis besser als erwartet aus. Das Unternehmen hob zudem den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr an. Die Aktie legte um rund vier Prozent zu – auch angesichts der Hoffnung, dass Blackberry mit dem Verzicht auf die Hardware-Entwicklung die Kosten drücken kann. Seit Jahresbeginn hatte der Kurs allerdings 15 Prozent eingebüßt.

„Wir erreichen mit unserer Strategie einen Wendepunkt", verkündete Vorstandschef Chen. Im zweiten Quartal sei der Software-Umsatz im Jahresvergleich verdoppelt worden. „Unsere finanzielle Basis ist stark und unsere Neuausrichtung auf Software greift."

Blackberry kündigte außerdem an, dass Finanzchef James Yersh das Unternehmen aus persönlichen Gründen am 31. Oktober verlassen werde. Als Nachfolger wurde Steven Capelli vorgestellt, der von der SAP-Tochter Sybase komme und über 25 Jahre Erfahrung in der Software- und Tech-Branche mitbringe. Capelli soll den neuen Job am 1. Oktober antreten. Chen hatte Sybase einst saniert und 2010 an SAP verkauft.

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dpa/zi

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