Verteilte Datenbanken

Blockchain-Anwendungen für Storage und Lieferkette

Bei Business-Anwendungen der Blockchain gibt es die ersten Lösungen von Startups für sicheren, verschlüsselten Datenspeicher und Echtheitsbeweise von Waren.

Blockchain: Verteilte Speicherung jetzt auch für Business-Anwendungen

Blockchain: Verteilte Speicherung jetzt auch für Business-Anwendungen

Auch wenn Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin oder Ether medial sehr stark im Fokus stehen, so hat das Thema Blockchain noch viele weitere Aspekte. Im Moment rücken Business-Anwendungen in der Industrie stärker in den Vordergrund. Befördert wird diese Entwicklung sich unter anderem auch dadurch, dass Unternehmen wie Microsoft oder IBM sehr stark auf „Blockchain as a Service“ setzen und die entsprechenden Services als Teil ihrer Cloud-Plattformen anbieten. Zwei wichtige Trends werden durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Blockchain-Startups abgedeckt.

Verteilte Datenbanken auf Blockchain-Basis

Die Blockchain hat viele attraktive Funktionen für die hochsichere Speicherung von Daten: die Datenblöcke sind verschlüsselt und die gesamte Datenbank ist dezentral, an mehreren Orten gespeichert. Darüber hinaus sind die Daten fälschungssicher, da jede Änderung sofort innerhalb der Blockchain auffällt. Ähnlich wie bei einem klassischen kaufmännischen Hauptbuch werden Änderungen transparent in der Blockchain erfasst und auch gelöschte Daten finden sich trotzdem noch innerhalb der Datenbank.

Eine Reihe von Startups hat auf der Basis von Blockchain-Datenbanken Storage-Anwendungen entwickelt. Das von Microsoft unterstützte Startup StorJ bietet dezentralen, verteilten Speicher in der Cloud, der mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausgerüstet ist. Der Service kann bereits jetzt gebucht werden und er bietet fünf 20 Gigabyte freien Speicherplatz für die ersten zwölf Monate. Danach kostet jedes gespeicherte Gigabyte 1,5 US-Cent pro Monat und jeder Download kostet fünf Cent pro Gigabyte.

Auch Minebox Ist eine Storage-Lösung für Unternehmen. Doch das Startup hat einen anderen Ansatz gewählt. Kern der Lösung ist ein NAS-Gerät, das zum Teil eines Blockchain-Netzwerks wird. Die Daten werden auf dem Gerät lokal verschlüsselt gespeichert und durch ein Blockchain-Netzwerk abgesichert. Auf der Hardwareseite steckt hinter der Box ein HP Proliant Microserver mit acht oder 16 Terabyte Speicherkapazität. Er läuft mit einer modifizierten Version von CentOS, die eine Integration des Speichers in einer Blockchain ermöglicht.

Trotz der Unterschiede nutzen beide Startups dezentrale Strukturen für die Speicherung der Daten. So werden die verschlüsselten Daten nicht zentral auf einem Cloudserver oder Gerät gespeichert, sondern aufgeteilt und über das gesamte Peer-To-Peer-Netzwerk verteilt - also auf den Computern (Storj) und NAS-Geräten (Minebox) der Nutzer. Zudem haben beide Startups eine weitere Gemeinsamkeit, die auf die Grundidee der Blockchain zurückgeht: Sie bezahlen ihre Nutzer für die Bereitstellung von Speicherplatz mit einer Kryptowährung.

Die Blockisierung der Supply Chain

Neben der sicheren, verteilten Speicherung von Daten ist einer der Vorteile der Blockchain ihre Fälschungssicherheit und die Nachvollziehbarkeit aller Datenbearbeitungen. Dadurch eignet sie sich sehr gut für die Übertragung von digitalen Gütern, aber auch zur Begleitung von echten Gütern aller Art. Mit der Blockchain kann eine Art „digitaler Zwilling“ von Waren aufgebaut werden, der garantiert, dass die Waren echt und unangetastet sind.

Arc-Net bietet ein Tracking-System für Lebensmittel. Dabei sind die Daten auch für den Endkunden transparent. Er muss lediglich mit der App des Startups den QR-Code auf der Verpackung oder einem Aufkleber scannen, um ausführliche Informationen über Herkunft, Transport und Verarbeitung des Lebensmittels zu erhalten. Die Speicherung der Blockchain garantiert dafür, dass die Daten auch tatsächlich echt sind.

Einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgt das Startup Chronicled für Produkte beliebiger Art. Es entwickelt verschiedene kleine IoT-Geräte, die Identitätsinformationen und Sensordaten in einer Blockchain speichern und somit für jeden transparent machen. Damit kann das Produkt beispielsweise Kühlketten verfolgen und deren Unterbrechung registrieren. Mit einem kryptographischen Siegel können zudem sichere Produktidentitäten geschaffen werden, die bei der Automatisierung von Prozessen helfen.

Ähnliche Tracking-Systeme werden von Startups wie Provencance oder Modum entwickelt. Sie sind vor allen Dingen im Rahmen der Automatisierung der Supply Chain sinnvoll, da dann fehlerhafte Eingaben im Normalfall überhaupt nicht mehr vorkommen. Hersteller und Handelsunternehmen können damit auf das zunehmende Interesse von Verbrauchern an der Herkunft von Lebensmitteln und anderen Waren reagieren, ohne dass die Angaben als reine „Marketing-Weißwäscherei“ wirken - die Blockchain garantiert für die Echtheit.

Bildquelle: Thinkstock

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