Wer mehr online shoppt, zahlt naturgemäß oft anders.
Man denke hier z.B. an den digitalen Lebensstil. Welche Veränderungen sind also gekommen, um zu bleiben? Wird weiterhin mehr online oder per Click & Collect eingekauft und werden deshalb neue, alternative Zahlungsarten genutzt? Bleibt das veränderte Freizeitverhalten vielleicht auch nach Ende der Pandemie bestehen? Sicher ist, es ist weiterhin viel in Bewegung – und das bietet große Chancen, aber auch Herausforderungen etwa für den Einzelhandel.
Ein großes Problem ist, dass viele Kunden nicht mehr in die Läden zurückkehren: Laut der aktuellen, von Paysafe beauftragten internationalen Studie „Lost in Transaction“ plant nur knapp die Hälfte der deutschen Verbraucher, nach Ende der Pandemie genauso oft in Geschäften einzukaufen wie früher. Der sowieso schon darbende Einzelhandel muss nun für seine Kundschaft kämpfen – beispielsweise mit besonderen Angeboten und Rabatten, besonders aber mit der noch stärkeren Verzahnung zwischen Online-Shopping und dem Vor-Ort-Einkauf, und mit dem Beibehalten und Ausbau individueller Angebote wie Click & Collect. Die Menschen haben außerdem konkrete Erwartungen in puncto Sicherheit und Corona: Laut der Studie wollen 30 Prozent der Deutschen nicht in Läden einkaufen, wenn diese den Bezahlvorgang an der Kasse nicht an die erhöhten Sicherheitsbedingungen angepasst haben.
Mit der Krise im Einzelhandel und dem Siegeszug der Online-Shops sowie der Online-Entertainment-Angebote geht eine neue Lust einher, anders zu bezahlen. 37 Prozent der Deutschen sind laut der Studie vertrauter mit alternativen Online-Bezahlmethoden, als sie es vor der Corona-Pandemie waren. Besonders Bezahllösungen wie Digital Wallets, E-Cash und auch Prepaid werden immer beliebter. Mit letzterer lassen sich Barzahlung und Online-Einkauf verbinden, indem Guthaben auf eine Prepaid-Karte geladen und dieses dann online über einen einzigartigen Code eingelöst wird.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Was sind die Gründe für diese neuen Bezahlvorlieben? Wer mehr online shoppt, zahlt natürlich naturgemäß oft anders. Viele Verbraucher sind aber auch vorsichtiger geworden, ihre Kreditkartendetails in unbekannten Online-Shops einzugeben – zu viele Meldungen zu Online-Betrug oder Whatsapp-Spam gab es in letzter Zeit. Über die Hälfte der Deutschen fühlt sich dementsprechend sicherer, bei einem Online-Kauf eine Bezahlmethode zu verwenden, bei der man keine Konto- oder Kreditkartendetails teilen muss. Ein weiterer Aspekt ist auch die eigene Ausgabenkontrolle. Viele Arbeitnehmer haben ein finanziell schwieriges Jahr mit Kurzarbeit oder vielleicht sogar Entlassungen hinter sich. Kreditkarten sind kein geeignetes Mittel, um einen optimalen Überblick über eigene Ausgaben zu behalten – oft folgt ein böses Erwachen am Monatsende. Mit Prepaid-Lösungen lässt sich dagegen nur so viel ausgeben, wie vorab geplant wurde, z.B. auch beim Gaming.
Gaming ist eine Freizeitbeschäftigung, die während Covid-19 einen Boom erlebt hat. Dagegen tun sich viele Deutsche noch schwer mit dem Gedanken an unbeschwerte Freizeitaktivitäten, bei denen sie auf viele andere Menschen treffen: Durchschnittlich möchte nur ca. ein Drittel der Deutschen laut Studie ihre früheren Freizeitaktivitäten im gleichen Umfang wie vor der Pandemie wieder aufnehmen, etwa Besuche bei Sportveranstaltungen, Konzerten, Kinos oder Restaurants.
Es bleibt zu hoffen, dass man sich wieder an gemeinsame Aktivitäten gewöhnt, wenn diese gefahrlos möglich sind. Manch andere neue Gewohnheiten wie das Ausprobieren neuer Bezahlmittel werden sicher langfristig bleiben, auch weil sie Vorteile bieten, die über die Pandemie hinaus reichen.
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