Kommentar

Boom oder Crash?

Nichts hat die deutsche Wirtschaft in den letzten Monaten mehr durchgerüttelt als dieses kleine, bislang unberechenbare Corona-Virus. Sämtliche Branchen sind von der Pandemie betroffen, viele wurden komplett lahmgelegt. Andere erfahren hingegen einen wahren Boom – so etwa der Mobile-Payment-Markt.

Geldscheine

Zwischen Wirecard und Corona: Die Payment-Branche ist in Aufruhr.

Denn plötzlich werden Kunden an den Supermarktkassen aus Hygienegründen verstärkt darum gebeten, möglichst bargeldlos und kontaktlos zu bezahlen, um das Infektionsrisiko hier gering zu halten. Ferner stiegen zuletzt viele aufs Mobile Shopping um, da während der Pandemiekernzeit sämtliche Geschäfte geschlossen blieben. Was für ein Glück für die Anbieter mobiler Bezahldienste! Schließlich haben sie es grundsätzlich nicht leicht auf dem deutschen Markt, denn eine gewisse Skepsis gegenüber digitalen Bezahllösungen scheint bei den meisten Deutschen tief verwurzelt zu sein. Sie lieben ihr Bargeld. Ihre häufigsten Bedenken bestehen darin, dass beim Mobile Payment sensible Daten mit Unternehmen wie Apple oder Google geteilt werden könnten. Allerdings fördert Corona derzeit ein Umdenken. Immer mehr Menschen erkennen, wie schnell und unkompliziert ein mobiler Bezahlvorgang schon jetzt sein kann. Und sicher soll diese Art des Zahlungsprozesses ebenfalls sein, betonen jedenfalls die Anbieter entsprechender Lösungen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 05-06/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.


Neben Corona hat zuletzt aber noch ein ganz anderes Thema die Payment-Branche aufgewirbelt: der Wirecard-Skandal. Am 22. Juni 2020 musste das Unternehmen spontan bekanntgeben, dass angegebene Guthaben im Wert von 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht existieren“. Die Nachricht von der Insolvenz jenes Unternehmens schlug ein wie eine Bombe, trifft sie doch insbesondere die noch junge Online-Payment-Branche ins Mark. Zugleich dürfte dieser Fall aber auch ein Lehrstück für die Mitbewerber des Konzerns sein. Nur wer jetzt die richtigen Lehren aus dem Crash zieht und das Vertrauen der Kunden (zurück-)gewinnt, wird sich in Zukunft durchsetzen können.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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