Telekom-Störung

BSI: Es waren gezielte Angriffe auf Telekom-Router

Bei den massiven Ausfällen von Routern der Deutschen Telekom hat es sich nach Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) um einen gezielten Angriff gehandelt.

Der Konzern rät, den Router kurz vom Netz zu trennen. Foto: Armin Weigel

Der Konzern rät, den Router kurz vom Netz zu trennen. Foto: Armin Weigel

Die massive Telekom-Störung sei die Folge einer weltweiten Attacke auf ausgewählte Fernverwaltungsports von DSL-Routern gewesen, teilte das Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit. Angriffe seien auch in dem vom BSI geschützten Regierungsnetz registriert worden, heißt es in einer Stellungnahme. Die Telekom hatte zuvor erklärt, ein Hackerangriff werde nicht ausgeschlossen.

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Die massiven Störungen sind nach Angaben der Telekom im Verlauf des Tages deutlich zurückgegangen. «Die eingespielten Patches und Software-Updates greifen», sagte ein Sprecher.

Die Grünen-Bundestagsfraktion kritisierte die Informationspolitik des Unternehmens. «Die Telekom lässt ihre Kunden mit dem Problem allein», sagte der netzpolitische Sprecher der Grünen, Konstantin von Notz, der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Die Bemühungen des Unternehmens, die Ausfälle zu beheben, schienen «bislang wenig koordiniert». Und die Ratschläge an die Kunden wirkten «hilflos».

Seit Sonntagnachmittag klagten Kunden über den Ausfall ihrer Anschlüsse für Telefon, Internet und Fernsehen. Das Netz selbst war den Angaben zufolge nicht gestört, sondern die Identifizierung der Router bei der Einwahl. Die Telekom riet betroffenen Kunden, den Router vom Netz zu nehmen und kurz zu warten. Nach einer Neusynchronisierung und neuer Anmeldung funktioniere der Router in der Regel wieder, sagte der Sprecher. Ob auch andere Modelle als die Speedport-Router der Telekom betroffen sind, war zunächst nicht bekannt.

Es gebe kein klares Fehlerbild, hieß es in einem Service-Beitrag im Internet. Manche Kunden hätten zeitweise Einschränkungen oder starke Qualitätsschwankungen, bei manchen gehe gar nichts mehr. Die Störung betreffe das gesamte Bundesgebiet.

Unterdessen bietet die Telekom betroffenen Kunden, die auch einen Mobilfunkvertrag bei dem Provider haben, einen kostenlosen Tagespass für den mobilen Internet-Zugang an. Kunden ohne Telekom-Mobilfunkvertrag könnten über die T-Punkte vor Ort Hilfe bekommen.

dpa/rs

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