Digitaler Versicherungsservice

Clark: Robo-Advisor sucht passenden Versicherungstarif

Welche Rolle Insurtechs derzeit in Deutschland spielen und wie Clark mit einem Robo-Advisor die individuelle Versicherungssituation von Kunden analysiert, erläutert Geschäftsführer Christoph Lodde.

Christoph Lodde, Clark

„Durch den Einsatz des Robo-Advisors werden bei uns Prozesse konsequent automatisiert. Dadurch wird der zeitliche Aufwand für den Kunden – aber auch für unser Team – erheblich reduziert", berichtet Christoph Lodde.

Herr Lodde, stellen Sie zunächst Ihr Unternehmen und Geschäftskonzept in wenigen Sätzen vor.
Christoph Lodde:
Der Versicherungsmarkt in Deutschland funktioniert nicht richtig: Rund ein Drittel der Kunden sind mit ihrer Versicherungserfahrung unzufrieden. Mit unserem digitalen Versicherungs-Service schaffen wir Abhilfe: Per App oder am Computer haben unsere Kunden ihre Versicherungsverträge immer im Blick. Unser eigens entwickelter Robo-Advisor bewertet automatisch die individuelle Versicherungssituation jedes Kunden und schlägt Alternativen vor. Auf Wunsch beraten unsere Clark Versicherungsexperten persönlich im Schadensfall, beim Vertragswechsel oder bei weiteren Fragen. Clark beschäftigt derzeit 35 Mitarbeiter am Standort Frankfurt am Main – davon 20 IT-Fachkräfte, 10 Kundenberater und 5 im Bereich Business Development und Marketing.

Auf welche Weise heben Sie sich von der Konkurrenz am Markt ab?
Lodde:
Durch den Einsatz des Robo-Advisors werden bei uns Prozesse konsequent automatisiert. Dadurch wird der zeitliche Aufwand für den Kunden – aber auch für unser Team – erheblich reduziert. Zudem findet unser Robo-Advisor die bestmöglichen Tarife. Ein Offline-Makler kann hier nur schwer mithalten: Bei mehr als 500 Versicherern am Markt und wiederum über 900 Tarifen pro Versicherer ist es für einen einzelnen Makler schwierig den optimalen Tarif zu finden.

Wie bewerten Sie die derzeitige Rolle von Insurtechs in Deutschland?
Lodde:
Die Versicherungsbranche befindet sich momentan im Wandel. Gestiegene Kundenerwartungen werden von Insurtechs häufig besser erfüllt. Klar ist aber auch: In Summe haben die Insurtechs noch einen kleinen Marktanteil. In den USA und England ist der Umbruch der Branche bereits weiter fortgeschritten. Einige Versicherer schauen sich genau an, was die Top-Insurtechs machen und investieren oder kooperieren.

Wie wichtig ist heute die persönliche Beratung in Kombination mit einem Treffen? Und wie gefragt sind vergleichsweise dazu persönliche Gespräche über Telefon, Chat oder Video-Chat?
Lodde:
Der persönliche Kontakt ist für einige Kunden immer noch wichtig. Persönlich heißt bei uns, dass wir – auf Wunsch – unsere Kunden per Telefon, Chat oder Video-Chat beraten. Es wird auch in Zukunft noch Bedarf für die Offline-Beratung von Person zu Person geben, auch wenn diese Form der Beratung zurückgeht.

Versicherungen sind häufig sehr komplex und erfordern entsprechende Bedarfsanalysen und Beratungen. Werbeaussagen, die einen Vertragsabschluss innerhalb weniger Minuten versprechen, machen skeptisch. Wie lassen sich kundenorientierte Produkte in kurzer Zeit realisieren?
Lodde:
Klar, manche Versicherungen sind weniger komplex, sodass Beratung und Abschluss sehr schnell gehen. Bei anderen Versicherungen ist eine intensive Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen des Kunden Pflicht. Wichtig ist, den Abschluss so einfach zu gestalten, wie es geht, aber gleichzeitig die Beratungsqualität hoch zu halten. Einen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung in wenigen Minuten wird es bei Clark sicherlich nicht so bald geben. Für andere Produkte ist unser Robo-Advisor aber in der Lage sehr schnell Angebote zu machen.

Was können etablierte Versicherer Ihrer Meinung nach von Insurtech-Start-ups lernen?
Lodde:
Schlanke Geschäftsprozesse und unbürokratische Entscheidungsfindungen ermöglichen es Start-ups nah am Kunden und mit hoher Geschwindigkeit zu agieren. Das ist bei Versicherern nicht immer so gegeben.

Und wie verhält es sich umgekehrt: Was können Sie sich noch abgucken?
Lodde:
Konsequente Entwicklung von Prozessen und große Markenbekanntheit sind zwei Themen wo Start-ups von etablierten Versicherern lernen können.

Wagen Sie eine Prognose für die nächsten Jahre: Auf welche Veränderungen muss sich die Versicherungsbranche einstellen?
Lodde:
Mehr Kooperation mit Start-ups, ähnlich wie es in anderen Branchen, auch bei Banken, mittlerweile etabliert ist.

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