Fahrradzubehör und Smartphone

Cobi: Smart Bike

Cobi vereint viele nützliche Funktionalitäten rund ums Biken – mit dem Smartphone als Herzstück. Das mobile Gerät wird in einer Halterung am Fahrradlenker befestigt und dient dann als Navigationssystem oder Fitnesstracker. Doch auch die Halterung und ihr Zubehör haben es in sich. Wir sprachen mit Andreas Gahlert, dem Gründer und Geschäftsführer des Cobi-Entwicklers iCradle GmbH.

  • Auf der Fahrradschau in Berlin wurde das Cobi-System der Öffentlichkeit präsentiert.

  • „Beim Automobil hat sich Connected Car zum Megatrend entwickelt. Warum also nicht auch in anderen Fahrzeugen? Warum nicht beim Fahrrad?", fragt sich Cobi-Gründer Andreas Gahlert.

Herr Gahlert, welche Ziel- und Kundengruppen adressieren Sie mit Ihrem Produkt?
Andreas Gahlert:
Wir nennen unsere Zielgruppe „Smartphone Lovers“. Intern nutzen wir eine weitere Bezeichnung und sprechen von den „Playful Digital Bikers“ – Menschen, die Fahrrad fahren, dabei aber ihr Smartphone und ihre digitalen Services nicht missen wollen.

Inwieweit sind Ihre Käufer auf der Suche nach dem „Digital Lifestyle“, der über das Produkt transportiert wird?
Gahlert:
Beim Automobil hat sich Connected Car zum Megatrend entwickelt. Apple Carplay, Google Android und die ganze Branche springen auf den Zug auf. Warum also nicht auch in anderen Fahrzeugen? Warum nicht beim Fahrrad?

Cobi bringt den Komfort, den Spaß, aber auch die Sicherheit eines Automobils in die Fahrradwelt. Allerdings suchen aktuell noch wenige aktiv nach uns, da das System eine neue Produktkategorie darstellt. An der Resonanz auf unsere Kickstarter-Kampagne – es war die zweiterfolgreichste Bike-Tech-Kickstarter-Kampagne aller Zeiten – erkennen wir aber eine überaus große und positive Resonanz.

Worauf begründet sich diese positive Resonanz?
Gahlert:
Potentielle Käufer und Anwender interessieren sich vor allem für Offlinekarten, Routen, Lichtstärke, Smartphone-Kompatibilität und Energieversorgung.

Die Halbwertzeit digitaler Devices, Wearables etc. wird immer geringer. Wie kann man bei der Produktentwicklung überhaupt noch Schritt halten?
Gahlert:
Wir sehen uns nicht als Wearable, sondern als Cockpit des Fahrrades. Bei einem neuen Smartphone müssen die Kunden nur das Case tauschen.

Welche Rolle spielt das Design?
Gahlert
: Das Design ist ein wesentlicher Treiber für uns. Jeder Schritt beginnt bei der User Experience und dem Produktdesign.

Wie lange dauerte die Entwicklung und inwieweit werden Ihre Nutzer und potentielle Käuferin die Produktentwicklung einbezogen?
Gahlert:
Die Entwicklung lief von Februar 2014 bis Februar 2015. Aktuell wird die Produktion vorbereitet. An der Software-Entwicklung in Apple iOS und Android wird aber kontinuierlich weitergearbeitet. Durch die Kickstarter-Kampagne konnten auch viele Rückmeldungen von Kunden eingearbeitet werden. Wir haben dort z.B. nach Smartphone-Modellen und den beliebtesten Bike-Style-Kits gefragt.

Bei Ihrem Produkt fällt die Verbindung digitaler und analoger Funktionalitäten auf...
Gahlert:
Unser Gründerteam kommt von Razorfish, einem der größten Digitaldienstleiter Deutschlands und sogar der Welt. Die letzten acht Jahre haben wir für Audi an der Mobilität der Zukunft – Connected Car – gearbeitet. Die Agentur hat über 300 Preise. Diese Erfahrung bringen wir hier ein.

Wir vereinen fünf Fahrradzubehörteile in einem integrierten Design-Objekt: Licht mit Sensorsteuerung, On- und Offlinenavigation, Smartphone-Halter mit Ladefunktion, Klingel und Fahrradcomputer. Softwareseitig integrieren wir über 100 Software-Features in einer App. Das System ist komfortabel fernsteuerbar, während der Fahrt mit dem Daumen, per Touchscreen oder Sprache.

Mal eine ganz praktische Frage: Wie schützen Sie das Smartphone gegen Nässe und Erschütterungen?
Gahlert:
Gegen Nässe gibt es mehrere Möglichkeiten: Zunächst haben die Mount Cases, also die Smartphone-Halter, einen Regenschutz aus berührungssensiblem Kunststoff für Touchscreens. Da die Verbindung via Bluetooth hergestellt wird, kann man das Smartphone auch in die Tasche stecken – die Funktion bleibt erhalten. Zum Beispiel kann man die App dann weiterhin über den Daumenschalter am Lenker bedienen. Zudem lässt sich beim optional erhältlichen Universal Case das Smartphone auch mit einer wasserdichten Halterung befestigen.

Was Erschütterungen anbelangt, halten Smartphones diese grundsätzlich aus. Zusätzlich haben wir kleine Dämpfer eingebaut. Aber bei extremen Mountainbike-Downhill-Strecken würde man das Smartphone auch in die Tasche stecken.

Wo speichern und wie schützen Sie persönliche Daten Ihrer Nutzer, z.B. GPS-Daten zu Lauf- und Fahrstrecken, Gesundheitsdaten etc.?
Gahlert:
Diese werden in unserer eigenen Cloud-Datenbank gespeichert. Die Daten gehören dem Nutzer und er entscheidet, was er wie nutzen möchte.

Inwieweit erhalten Sie bereits konkrete Anfragen von Drittanbietern wie Krankenversicherungen bezüglich einer weiteren Nutzung beispielsweise von Gesundheitsdaten?
Gahlert:
Bislang stehen wir noch nicht in Kontakt mit Krankenversicherungen.


Cobi ...
... soll aus jedem Fahrrad ein Smart Bike machen. Das patentierte System, das in Frankfurt am Main entwickelt wird, integriert fünf Fahrradzubehörteile in ein Designobjekt: Licht, Navigation, Smartphone-Halter mit Ladefunktion, Klingel und Bike-Computer. Die größte Stärke liegt in der drahtlosen Integration von über 100 Funktionen, die das Radfahren vernetzter, intelligenter und sicherer machen. Integriert sind z.B.: Navigationssystem, Wetterbarometer, Musikplayer, Smartphone-Ladedock, Daumen-Con-troller, Bremslicht, Blinker, Alarmanlage, Online-Dienste, vernetzte Dienste, Social-Media-Anbindung, Fitness-Schnittstellen, Styling Kits. Ein kabelloses Lichtsystem, welches aus einem automatisch bei Dunkelheit aktivierten Frontscheinwerfer sowie einer Kombination aus Blinker sowie Rück- und Bremslicht besteht, verbessert die Verkehrs-
sicherheit.

Preis: ab 159 Euro in der Pre-Order-Phase.

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