Nach 100 Tagen

Corona-Warn-App: SAP und Telekom ziehen Bilanz

Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen.

Die Entwickler der Corona-Warn-App ziehen nach 100 Tagen eine positive Bilanz. Foto: Oliver Berg/dpa

Die Entwickler der Corona-Warn-App ziehen nach 100 Tagen eine positive Bilanz. Foto: Oliver Berg/dpa

„Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen“, sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems. Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden. Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz als einen „Vertrauensbeweis der Bevölkerung“. Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, ob die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen.

Die App wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,4 Millionen Mal heruntergeladen. Da aber auch einige Anwender die App deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Experten von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus.

Michael Schuster, „Co-Lead“ des Projektes bei SAP, verwies auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den US-Technologiekonzernen Apple und Google, die die technisch notwendigen Schnittstellen bereitstellen. Zusammen mit Apple habe man auch die jüngsten Probleme auf dem iPhone-Betriebssystem iOS lösen können. Schuster betonte, es wäre gut, wenn man noch mehr Menschen in Deutschland dazu motivieren könnten, sich die App herunterzuladen.

Manuel Höferlin (FDP), Vorsitzender des Digitalausschusses im Bundestag, sagte, die Corona-Warn-App sei „technisch sehr gut gemacht“. Er bemängelte aber, dass die App nach wie vor erst ab 17 Jahren heruntergeladen werden könne.

Anke Domscheit-Berg, die Digitalexpertin der Linken-Fraktion im Bundestag, lobte „die Kombination aus transparenter Entwicklung und Datensparsamkeit“. „Dieser Entwicklungsprozess sollte zum Standard werden.“ Aber in Zeiten steigender Infektionszahlen und häufigerer Kontakte sollten mehr als nur 21 Prozent der Menschen die App nutzen, und zwar für alle ihre drei Zwecke: zum Gewarntwerden, zum Warnen Dritter und zum schnelleren Erhalt von Testergebnissen. „Die Bundesregierung, vor allem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist hier in der Pflicht, besser zu informieren und den Nutzen der App auch nach ihrem Start kontinuierlich zu vermitteln.“

© dpa-infocom, dpa:200923-99-671910/3

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