Trotzdem ein Erfolg?

Crowdfunding für Ubuntu-Smartphone Edge gescheitert

Das ambitionierte Ziel, 32 Millionen US-Dollar für die Produktion eines marktreifen Ubuntu-Smartphones einzusammeln, ist gescheitert. Seit dem 22. Juli kamen „nur" 12.809.906 Dollar zusammen. Was bleibt, ist ein cleverer PR-Coup, der dem Projekt doch noch zum Erfolg verhelfen könnte.

Es ist die bisher größte Summe, die jemals durch ein Crowdfunding-Projekt eingesammelt wurde. Auf der Indiegogo-Plattform spendeten fast 20.000 Personen für das Projekt von Canonical, ein Ubuntu-Smartphone zu entwicklen. Für eine Spende von 695 Dollar sollten die Unterstützer im Gegenzug im Mai 2014 das Ubuntu-Edge-Smartphone exklusiv erhalten.

Mehr Details zum Ubuntu-Smartphone und der Kampagne hier.

Großen Anklang fand das Projekt in Deutschland, viele Unterstützer kamen hierher. Neben starken Hardware-Werten war die geplante Dual-Boot-Funktion mit Ubuntu Phone OS und Android als zweitem System interessant.

Mit einem verbundenen Monitor und Tastatur soll das Linux-basierte Smartphone zudem als vollwertiger PC einzusetzen sein. So kann der Anwender sämtliche Ubuntu-Desktop-Komponenten nutzen und hat gleichzeitig Zugriff auf alle Dateien, die sich auf seinem Smartphone befinden. Dies besitzt durchaus das Potential, den Smartphone-Markt aufzubrechen und ist auch für Business-Anwender interessant. Denn welcher Außendienstler bräuchte da noch einen stationären Rechner? Canonical hatte auch bei der Crowdfunding-Kampagne die Unternehmensanwender im Blick. Neben vielen kleinen Firmen unterstütze Informationsdienstleister Bloomberg mit 80.000 US-Dollar die Kampagne und hätte sich so 100 Geräte und Support gesichert.

Gescheitert?

Gescheitert ist zwar der Versuch, das Smartphone über die Masse zu finanzieren. Was für Canonical bleibt, ist viel Aufmerksamkeit. Und der Beweis, dass es durchaus ernsthaftes Interesse an einem Ubuntu-Smartphone gibt. Vielleicht ging es ja dem geschickten Canonical-Chef Mark Shuttleworth genau darum: Den Carriern und Hardware-Herstellern zu zeigen, das sich eine Zusammenarbeit in Entwicklung und Produktion bei diesem Interesse lohnen kann. Denn - seien wir ehrlich - waren die 32 Millionen jemals realistisch?

Statement von Shuttleworth zum Ende der Kampagne: http://www.indiegogo.com/projects/ubuntu-edge?c=activity

Bildquelle: Canonical

 

 

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