Schwarmfinanzierung

Crowdinvesting auf dem Vormarsch

Auch Gründungen in der Digitalwirtschaft benötigen Geld. Früher wäre die erste Anlaufstelle eine Bank gewesen. Heute ist es das ganze Internet.

Crowdfunding hat sich in recht kurzer Zeit als alternative Finanzierungsform etabliert. Daran sind die Geldinstitute nicht ganz unschuldig, denn die klassische Kreditfinanzierung von Jungunternehmen gehört zu den aussterbenden Arten im Finanzsektor. Stattdessen nutzen immer mehr Startups eine der verschiedenen Formen von Crowdfunding.

Weit verbreitet ist Equity-Crowdfunding, bei dem Kapital gegen eine Erfolgsbeteiligung investiert wird. Häufig wird auch Lending genutzt. Darunter wird ein Darlehen verstanden, dessen Betrag nach einiger Zeit verzinst an den Geldgeber zurückgeht.

Diese beiden Formen von Crowdfunding sind eigentlich eher "Crowdinvesting" und entsprechen bereits bekannten Formen der Finanzierung. Ein wichtiger Unterschied ist lediglich die Tatsache, dass nicht nur wenige, sondern im Gegenteil sehr viele Investoren sich an der Finanzierung beteiligen.

Eine dritte Form ist das "Reward-based Crowdfunding", bei dem zahlreiche Personen kleine Geldbeträge entweder direkt als Spende oder für eine nicht monetäre Gegenleistung einzahlen. Eine im Buchmarkt altbekannte Variante ist die Subskription: Dabei gibt der Investor eine Kaufverpflichtung ein, so dass er das fertige Produkt als Erster erhält und dafür mit einem kleinen Rabatt belohnt wird.

Finanzierungsvolumen wächst deutlich

Das Gründerportal "fuer-gruender.de" hat Crowdinvesting und Crowdfunding etwas näher untersucht. Zunächst das Crowdfunding: In den ersten sechs Monaten 2014 wurden per Crowdfunding 4,1 Mio. € von 479 Projekten eingesammelt. Zum Vergleich die Zahlen für ganz 2013: 5,36 Mio. €. Das Crowdfunding wächst also deutlich, das Finanzierungsvolumen stieg im Halbjahresvergleich um 171 %.

Auch beim Crowdinvesting zeigen die Kurven nach oben: Bis Ende Juni 2014 sammelten Startups rund 8,3 Mio. Euro in 30 Finanzierungsrunden ein. Hier stieg das Finanzierungsvolumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 60 %.

Auf den ersten Blick sieht diese Finanzierungsvariante schwächer aus, doch sie dürfte für die Investoren die stärkere sein: Die Einzelprojekte und Startup sind in vielen Fällen "größer" als beim herkömmlichen Crowdfunding.

Oft handelt es sich um eine zweite oder sogar dritte Finanzierungsrunde, bei der häufig sogar bekannte Einzelinvestoren und Investment-Gesellschaften beteiligt sind. Der Markt wird von den beiden führenden Plattformen Seedmatch und Companisto dominiert, die zusammen im ersten Halbjahr 2014 einen Marktanteil von 87 % erreichen.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass das eingezahlte Kapital vor Totalverlust geschützt ist. Wie immer im Startup-Umfeld, ist die Wahrscheinlichkeit für ein Scheitern des Unternehmens trotz ausreichender Finanzierung recht groß. Trotz des Risikos: Es handelt sich hierbei um ein wichtiges Finanzierungsmodell für Startups, dass klassisches Venture Capital gut ergänzen kann.

Bildquelle: I-vista  / pixelio.de

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