Glück im Spiel – Glück für die Gesundheit

Crowdsourcing-Daten zur Demenzforschung

Mit ihrer Initiative „Game for Good“ und dem mobilen Spiel „Sea Hero Quest“ möchte die Deutsche Telekom einen Beitrag zur globalen Demenzforschung leisten.

Ein Smartphone auf dem das Spiel „Sea Hero Quest” läuft

Die Autoren der Studie wollen die erhobenen Crowdsourcing-Daten nutzen, um einfache und global einsetzbare Messmethoden für die Medizin zu entwickeln.

Aber das Spiel, das weltweit bereits vier Millionen Mal heruntergeladen wurde, werden Normdaten über die räumliche Orientierung gewonnen. Das Unternehmen ermöglicht damit Wissenschaftlern aus aller Welt eine cloud-basierte Big-Data-Analyse.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9-10/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Eine aktuelle Grundlagenstudie des University College London und der University of East Anglia basiert erstmals auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Initiative. Für die Studie zogen die Forscher anonyme Daten von mehr als einer halben Million Menschen aus 57 Ländern heran. Sie werteten Spielerdaten aus Ländern mit mindestens 500 Teilnehmern aus, die ihr Alter, ihr Geschlecht und ihre Nationalität freiwillig angegeben hatten. Unter anderem soll die Studie Zusammenhänge zwischen der räumlichen Orientierung und den demografischen, sozio-politischen sowie biografischen Merkmalen der Spieler auswerten und damit Rückschlüsse auf die Entstehungsfaktoren von Demenz erlauben.

„Wir haben festgestellt, dass sich das Lebensumfeld auf das räumliche Orientierungsvermögen auswirkt“, erklärt der Hauptautor der Studie, Dr. Hugo Spiers, vom University College London. „Wir werden die Daten weiter analysieren und hoffen, dann noch besser zu verstehen, warum Menschen in bestimmten Ländern unterschiedlich gut bei den Navigationsaufgaben abschneiden.“

Die Autoren der Studie wollen die erhobenen Crowdsourcing-Daten außerdem nutzen, um einfache und global einsetzbare Messmethoden für die Medizin zu entwickeln. Die Wissenschaftler planen, eine adaptierte Version des Spiels als Screening-Instrument zur Diagnose zu veröffentlichen. Der Einsatz des Spiels sei auch denkbar bei der Überwachung des Krankheitsverlaufs und als Vergleichsinstrument der Ergebnisse klinischer Versuche.

Die Deutsche Telekom stellt die anonymen Daten nun auch weiteren Wissenschaftlern für Forschungszwecke zur Verfügung und möchte so über den Bereich der Demenz hinaus Erkenntnisgewinne im breiteren Kontext der neurowissenschaftlichen Forschung fördern. Der Zugriff auf die Daten erfolge über ein speziell entwickeltes, sicheres Webportal.

Bildquelle: Telekom

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