Ach du Schreck!

Da waren plötzlich Facebook und Co. weg ...

Der massive Ausfall von Facebook und anderen damit verknüpften Diensten vor rund vier Wochen dürfte fast niemandem verborgen geblieben sein. Die Reaktionen gestalteten sich dabei sehr unterschiedlich: Während es den einen völlig egal war, vielleicht auch ganz gelegen kam, dass sie mal nicht per Messenger genervt werden konnten, berichten andere von hohen finanziellen Schäden.

Erschrockene Frau

Anfang Oktober waren Facebook und Co. stundenlang nicht erreichbar – für viele eine Katastrophe.

Natürlich kommt es immer mal wieder vor, dass große soziale Netzwerke wie Facebook ausfallen. Solche Ausfälle sind jedoch oft nur temporär und betreffen in der Regel nur einzelne Regionen. Der Vorfall vom 4. Oktober 2021 – offenbar ausgelöst durch einen Konfigurationsfehler seitens des Anbieters – war deutlich gravierender: Stundenlang konnten die betroffenen Dienste weltweit nicht erreicht werden. Das Problem: Nicht nur Privatpersonen, sondern auch viele Unternehmen nutzen u.a. Whatsapp und Instagram, um mit ihren Kunden zu interagieren, ihnen z.B. technischen Support anzubieten.

Nicht zu unterschätzen ist auch, dass Facebook als Identity-Anbieter für andere Apps fungiert, daher hatte der Ausfall weitreichende Folgen über die eigenen Dienste hinaus. Letztlich war jede andere Anwendung – typischerweise Web-Apps – betroffen, welche die Option „Anmelden mit Facebook“ nutzt. Das zeigt zugleich die Abhängigkeit der Unternehmen, die sich auf digitale Identitäten verlassen. „Sobald facebook.com nicht mehr erreichbar war, konnten keine neuen Verbindungen mehr aufgebaut werden“, berichtet Guido Grillenmeier, Chief Technologist beim Sicherheitsexperten Semperis. Das sei ein Horrorszenario für jeden Anbieter digitaler Identitäten. „Man stelle sich vor, Azure AD wäre nicht mehr im Web verfügbar – in diesem Fall könnte nur Microsoft das Problem beheben und nicht die User selbst“, skizziert er ein anderes mögliches Szenario.

Vielleicht hätte der Totalausfall von Facebook durch Interoperabilität, also die Möglichkeit zur plattformübergreifenden Nutzung von Diensten verschiedener Anbieter, abgefedert werden können. Der stundenlange Ausfall habe jedenfalls gezeigt, so der Europaabgeordnete der Piratenpartei, Dr. Patrick Breyer, „wie abhängig die Gesellschaft von der Monopolstellung des Techgiganten ist“. Darum setzt er sich beispielsweise im EU-Parlament für die Umsetzung von Interoperabilität im Digitale-Dienste- und Digitale-Märkte-Gesetz ein.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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