Gesundheitskonzern unterstützt mit Tablets Senioren

Dank digitaler Lösung wieder teilhaben

Der Gesundheitskonzern Agaplesion gAG möchte die soziale Teilhabe und damit die Lebensqualität von Senioren erhöhen. Mit einer digitalen Anwendung sollen sie und ihre Angehörigen erfahren, was im Viertel los ist, wo sie schöne Stunden verbringen und andere Menschen treffen können.

Dank digitaler Lösung wieder teilhaben

Wilhelm Prasser (Projektleitung Life Partners GmbH), Michael Schrauth (Projektleitung Agaplesion Ev. Pflegedienst München) und Lars Jessen (CEO Life Partners GmbH) mit Teilnehmerin.

Der Agaplesion Ev. Pflegedienst München engagiere sich seit Jahren in der Stadtteilarbeit. Jetzt verfolge die bayerische Einrichtung einen weiteren Ansatz: Im Pilotprojekt teste sie mit Life-Partners, einem Entwickler in der IT-Kommunikation, eine auf Tablets installierte Plattform, die Senioren die soziale Teilhabe in ihrem Wohnumfeld erleichtern soll. Außerdem würden in ausgewählten Wohnungen technische Assistenzsysteme installiert. Fördermittel der Deutschen Postcode Lotterie – eine Soziallotterie – hätten die Kooperation ermöglicht.

In einer sechsmonatigen Testphase seit Anfang Oktober würden die Tablets an voraussichtlich 15 Münchener Senioren mit Wohnsitz im Stadtteil Gern verteilt. Sie seien (trotz möglicher körperlicher Beeinträchtigungen) noch relativ mobil und hätten aktive An- oder Zugehörige. Die Software ermögliche den Senioren den Austausch mit diesen engen Kontaktpersonen sowie mit Pflege- und Sozialunternehmen, deren Angebote das Leben im Quartier so lebenswert machen. Zusätzlich würden fünf Wohnungen mit einer Sensorik ausgestattet, die für mehr Sicherheit im Haushalt sorgen soll. Digital sei etwa nachvollziehbar, ob Türen und Fenster geschlossen sind, oder ein Bewegungsmelder registriere mögliche Stürze.

Das Pilotprojekt passe gut zur konzernweiten Digitalstrategie. Zudem liefen in den bundesweit über 100 Einrichtungen mehr als 30 Innovationsprojekte, darunter viele, die die Potenziale der Digitalisierung nutzen. „Das Münchener Projekt in dieser Form ist einzigartig bei uns“, sagt Dr. Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender Agaplesion gAG. „Bei all unseren konzernweiten digitalen Bestrebungen geht es immer darum, sowohl die Versorgungs- und Behandlungsqualität als auch die Lebensqualität unserer Patienten und Bewohner zu steigern. Dazu gehört eine gute Quartiersarbeit unter der Nutzung moderner Hilfsmittel.“ Dem stimmt Michael Schrauth, zuständig für Projektentwicklung, zu: „Senioren wollen möglichst lange alleine, selbstbestimmt und aktiv leben. Dazu müssen sie wissen, was in ihrem Umfeld geboten wird. Das Pilotprojekt vereint digitale Vorzüge und soziale Komponenten und schafft so mehr Lebensqualität.“

Die Tablet-Lösung biete „soziale Software“. Abrufbar seien Anwendungen wie Video-Telefonie, Sofortnachrichtendienste, Gruppenkalender, integrierte Services und netzbasierte Infrastruktur (z. B. um Bestellungen beim Lieferservice abzugeben). Die Nutzer könnten planen, welche Termine sie wahrnehmen wollen – seien es Kirchenfest, Seniorennachmittag oder Lesung.  Sie könnten Anbieter kontaktieren – von „Essen auf Rädern“ bis hin zu ehrenamtlichen Besuchsdiensten – oder per Telefon und Chat klären, ob Angehörige oder der Abholdienst sie zum Bingo-Nachmittag bringen können. Eine zielgruppenorientierte Optik erleichtere die Arbeit mit dem Tablet. Selbst Menschen, die nicht technikaffin seien, würden die Handhabung schnell lernen.

In Rücksprache mit den Testpersonen soll die Anwendung auf ihre Bedürfnisse hin angepasst werden. Die Informationskanäle sollen nach und nach mit weiteren Services, Angeboten und Kontakten gefüllt werden. Vor Ort seien Mitarbeitende des Pflegedienstes und der Münchner Wohnungsbaugesellschaft Gewofag in das Projekt einbezogen, die nah an den Senioren dran sind – dank der Besuche im Rahmen der pflegerischen Tätigkeit oder dank der Kontakte im Begegnungszentrum, das die Wohnungsbaugesellschaft ins Stadtviertel integriert habe. Beide Partner arbeiteten seit 2015 im Rahmen des Wohn- und Versorgungskonzepts „Wohnen im Viertel“ eng zusammen. Der Pflegedienst kümmere sich um einige der Mieter, aus deren Reihen die 15 Testpersonen kommen.

Bildquelle: Agaplesion gAG

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