Breitband-Ausbaus im ländlichen Raum

Darum lahmt Deutschland beim flächendeckenden Internet

Das Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V. an der Universität Leipzig stellte nun die „Studie zur Förderung des Breitband-Ausbaus im ländlichen Raum“ vor. Diese weist als Hauptursache für die weißen Flecken der deutschen Internet-Landschaft fehlende personelle Kapazitäten in Verbindung mit fehlendem Know-how auf Seiten der öffentlichen Hand aus.

Darum lahmt Deutschland beim flächendeckenden Internet

Eine neue Studie belegt, woran es aktuell beim flächendeckenden Breitbandausbau im ländlichen Raum noch hapert.

Die Studie wurde in Kooperation mit der PSPC Public Sector Project Consultants GmbH der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft veröffentlicht. Sie untersucht, wie die unterschiedlichen Förderverfahren auf Länderebene koordiniert werden und welche Förderprogramme und Strategien der Länder bisher am stärksten zum zeitnahen und flächendeckenden Breitbandausbau beigetragen haben.

Den Befragten zufolge seien insbesondere fehlende personelle Kapazitäten und mangelnde Fachkompetenz auf Seiten der öffentlichen Hand ursächlich für zum Teil erhebliche Verzögerungen beim Breitband-Ausbau. Auch wirtschaftliche Überlegungen und die Heterogenität von Ausbaufortschritten, der Eigentums- und Organisationsstruktur sowie den Versorgungsraten stünden einem flächendeckenden Internet im Weg.

Als Lösungsansätze nennen die Befragten unter anderem eine Vereinfachung und Straffung der Richtlinien und Prozesse bei der Bundesförderung. Auch eine Erhöhung der Fachkompetenz – insbesondere auf der Länderebene – stellt eine Beschleunigung der Bearbeitung von Förderanträgen sicher. Nicht zuletzt sollten bestehende Anreize für einen Parallel- oder Überbau minimiert werden, indem Fehlverhalten sanktioniert wird. André Horn, Experte für öffentliche Infrastruktur bei der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft: „Wir haben festgestellt, dass es einen hohen Anpassungsbedarf der Rahmenbedingungen insbesondere im ländlichen Raum gibt. Hilfreich wäre neben der Anpassung der Förderkulisse ein Investitionsschutz für Unternehmen, die bereits in Glasfasernetze investiert haben und sowohl den Zugang als auch die Nutzung des Netzes zu marktgerechten Konditionen anbieten.“

Im Rahmen der Studie wurden Kommunen, Kapitalgeber und kommunale Telekommunikationsunternehmen befragt. Inhaltlich deckt die Studie die Förderkulisse, die Planung und die Pachteinnahmen im Betreibermodell, die Gefährdung von Förderverfahren durch strategischen Überbau, Smart Cities, die Ausgestaltung der Mitnutzung und Mitverlegung, die Geeignetheit von Maßnahmen zur Regulierung von Glasfaseranschlüssen, mögliche Organisations- und Finanzierungsmodelle sowie eine Risikoeinschätzung bei der Finanzierung von FTTB-Netzen ab.

Bild: Gettyimages/iStock

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