Die neue Normalität

„Das A und O ist ein wachsamer Angestellter“

Remote Work ist seit der Pandemie für viele Angestellte das New Normal. Im Interview mit MOBILE BUSINESS verdeutlicht Christian Pohlenz, Security Expert bei Materna Virtual Solution in München, mit welchen Strategien und Lösungen IT-Verantwortliche in mobilen Arbeitsumgebungen für Sicherheit und Datenschutz sorgen können.

Die neue Normalität

„Eine sehr sichere Maßnahme gegen Cyberangriffe sind Container-basierte Kommunikationslösungen“, sagt Christian Pohlenz.

MOB: Herr Pohlenz, wie hat sich die Bedrohung durch Cyber-Kriminalität in Zeiten ultramobilen Arbeitens verändert?
Christian Pohlenz: Was Jahrzehnte ein Traum für viele Mitarbeiter war, ist durch ultramobiles Arbeiten zur Realität geworden – die Freiheit, von überall aus flexibel arbeiten zu können. Mit mobilen Endgeräten und Internetzugang ist der Schritt in die neue Freiheit oft nur einen Klick entfernt. Unternehmen sollten dennoch ein Auge auf die Risiken haben, die durch Remote Work entstehen können. Denn die Folgen eines Datenflusses über unsichere Netze oder Geräte kann man sich bildlich ungefähr so vorstellen, als würde man seine Haustür unabgeschlossen offenstehen lassen. Ähnlich einladend sind mobile Endgeräte, die nicht in eine firmeninterne Sicherheitsarchitektur eingebunden sind.

Werden zudem private und berufliche Anwendungen parallel auf mobilen Geräten genutzt, etwa entsprechend dem BYOD- oder COPE-Modell, müssen Unternehmen sehr engmaschiges Mobile Device Management betreiben, um die Datensicherheit zu gewährleisten. Da dies in der Praxis oft nicht konsequent genug betrieben wird, steigt das Risiko für Malware-Angriffe und Verstöße gegen die DSGVO-Vorgaben. So können schnell erhebliche Kosten entstehen.

MOB: Wie können sich Unternehmen mit Hilfe moderner Lösungen gegen diese Gefahren wappnen?
Pohlenz: Ein sehr sicherer Weg besteht darin, eine Container-basierte Kommunikations- und Kollaborationslösung zu nutzen, die beruflich und privat genutzte Anwendungen und Daten strikt voneinander trennt. Durch Multifaktor-Authentifizierung, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und unternehmensinterne Verwaltung sind die Daten kryptisch geschützt und können selbst im Fall von Hacking oder Device-Verlust nicht ausgelesen werden. Wenn diese Lösung eine BSI-Zulassung und Freigabeempfehlung hat, ist eine Kommunikation bis VS-NfD möglich. Behörden und Unternehmen können dann rechtskonform sicherstellen, dass alle Compliance- und Sicherheitsstandards eingehalten werden. Zudem kann durch den Verzicht auf eine doppelte Geräteausstattung bei BYOD und COPE auch ein Beitrag zur nachhaltigen Verwendung von IT-Geräten geleistet werden.

MOB: Auf welche Risiken müssen Unternehmen und Behörden besonders achten?
Pohlenz: Das A und O in Sachen Risikoschutz ist ein wachsamer Angestellter. Deshalb müssen IT-Verantwortliche im ersten Schritt durch regelmäßige Trainings ein Bewusstsein dafür schaffen, welche Gefahren durch die Nutzung unautorisierter Anwendungen entstehen. So sinkt die Gefahr, dass eine mobile Schatten-IT entsteht oder das Risiko von Datenlecks zunimmt, weil der private Messaging-Dienst „mal eben“ für berufliche Interna zum Einsatz kommt. Auch Phishing-Angriffe können so effektiver abgewehrt werden. Ein zweiter Ansatzpunkt ist das Ersetzen von unsicheren Apps durch datenschutzkonforme Lösungen, die die höchsten Sicherheitsstandards erfüllen. Drittens sollten Vorkehrungen für den Betrieb von Geräten in ungeschützten, offenen Netzwerken getroffen werden. Das kann durch Mobile Device Management, Verschlüsselung und VPN-Tunnel oder Container-Lösungen erreicht werden.

Bildquelle: Maternal Virtual Solution

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