Windows 10 Lean

Das Abspecken geht weiter, die Win32-Pfunde purzeln

Das herkömmliche Desktop-Windows wird abgebaut: Microsoft verschlankt sein Betriebssystem und rüstet es für die Zukunft.

Startmenü von Windows 10

Windows 10 wird schlanker

Der Desktop-PC ist schon lange nicht mehr die Kerntechnologie für Heimanwender, Smartphones haben ihn abgelöst. Microsoft vollzieht diese Entwicklung mit seinem Betriebssystem und seinen Anwendungen nach. So meldete der Softwareanbieter aus Seattle vor wenigen Tagen, dass er in der neuen Office-Version "Office 2019" und dem Parallelprodukt "Office 365" die Desktopversionen von OneNote nicht mehr weiter unterstützen wird. Es wird weder eine neue OneNote-Version geben noch wird es nach 2020 keine Patches mehr für OneNote 2016 geben. Natürlich können Fans der Anwendung das Programm weiter nutzen, doch es wird langsam aber sicher veraltet.

Stattdessen propagiert Microsoft OneNote als Windows-App und möchte die Benutzer dazu bringen, nur noch diese Version einzusetzen. Dazu hat sich im Stillen recht viel getan, regelmäßige Updates der App brachten einen Teil der von der Desktop Anwendung her bekannten Funktionen in die App. Vermutlich wird Microsoft weiter in diese Richtung gehen und den Funktionsumfang von OneNote 2016 fast komplett verwirklichen, mit einer Ausnahme: Die App kann keine lokalen Notizbücher verarbeiten, der umsteigt muss zunächst alles in die Cloud kopieren.

Dies zeigt die Richtung an und die Office-Anwender sollten sie sicherheitshalber schon einmal darauf einstellen, dass sie möglicherweise in einigen Jahren ebenfalls in Richtung Universal-App gedrängt werden. OneNote könnte für dieses Szenario der Testfall sein. Dennoch ist nicht ausgemacht, ob die Nutzer das auch akzeptieren, zu mindestens die Excel-Fans in den Unternehmen dürften jetzt schon unter Schnappatmung bleiben. Auch an anderer Stelle tut sich etwas und demonstriert, dass der Desktop-PC für Microsoft weniger wichtig wird: es wird wohl eine neue, noch weiter abgespeckte Version von Windows geben unter dem Decknamen "Windows 10 Lean"

Windows ohne klassische Windows-Anwendungen

Erst letztes Jahr ist Windows 10 S erschienen, eine etwas schlankere und speziell an ARM-Prozessoren angepasste Variante von Windows 10. Der Hauptunterschied: Unter Windows 10 S können die klassischen Win32-Desktopanwendungen nicht mehr ausgeführt werden, sondern nur Apps aus dem Microsoft-Store. Das System wird in Varianten für die üblichen x86-Prozessoren, aber auch für die ARM-Plattform ausgeliefert. Letzteres bedeutet, dass Windows 10 S grundsätzlich auch auf Mobilgeräten wie Smartphones oder Tablets läuft.

Windows 10 Lean scheint noch schlanker zu sein und ist nach den ersten Erkenntnissen von Windows-Experten halb so groß wie eine normale Windows-Installation und benötigt nur etwa zwei Gigabyte Platz. Das deutet nach Ansicht der Experten darauf hin, dass Windows in Zukunft auch auf Geräten mit nur 16 GB Speicherplatz arbeiten soll,  dem typischen Platzangebot von Einsteiger-Mobilgeräten.

Gut möglich, dass die neue Windows-Version auf der von Microsoft entwickelten Andromeda-Hardware arbeiten soll. Dabei handelt es sich um ein modulares Mobilgerät, das auch als Telefon arbeiten kann. Allerdings gibt es bisher keine offiziellen Aussagen von Microsoft dazu, es handelt sich um Gerüchte. Die bisherigen Versuche, eine abgespeckte Windows-Version zu etablieren, waren nicht gerade von Erfolg gekrönt. Für die meisten Leute ist Windows eben das Betriebssystem, dass die guten alten Windows-Programme ausführen kann. 

Bildquelle: Microsoft

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