Smart-Home-Installation von 42DP

Das digitale Wohnzimmer

Im Gespräch erläutert Omid Hashemi, CEO bei 42DP in Köln, die Vorzüge der Smart-Home-Installation, die man bereits im Januar 2015 im Rahmen der Möbelmesse IMM Cologne einer breiten Öffentliochkeit vorstellte. Der Clou: Das digitale Wohnzimmer könnte so für jeden Realität werden.

  • 42DP, Smart Home

    Im Rahmen der Möbelmesse IMM Cologne zeigte 42DP mit einer Smart-Home-Installation die Zukunft des digitalen Wohnzimmers.

Herr Hashemi, welche Funktionen haben Sie in Ihre Smart-Home-Installation integriert?
Omid Hashemi:
Die Installation wurde im Rahmen der „Passagen 2015“, einer Aktion im Rahmen der Möbelmesse IMM Cologne, in den Räumlichkeiten des Internetverbands Eco in Köln-Ehrenfeld aufgesetzt. Damit präsentierten wir Smart-Home-Features, die heute bereits genutzt werden: Anwesenheitserkennung (Funksender, Drucksensoren), Steuerung der Beleuchtung (Farbspektrum, Helligkeit), Steuerung der Mediathek und Abspielen von Multimedia-Inhalten über den Fernseher, Temperatursteuerung und Abfrage des Anrufbeantworters.

Welche weiteren Features wären hier künftig noch denkbar?
Hashemi:
Die Anwendungsmöglichkeiten sind unbegrenzt, da theoretisch jeder Gegenstand durch Sensoren, Rechenkapazität und drahtloser Kommunikation “intelligent” werden könnte. Den Trend konnte man auch auf der CES 2015 in Las Vegas deutlich erkennen, etwa anhand der Vielzahl neuer vernetzter Smart-Home-Produkte und Zukunftskonzepte – von “smarten” Betten bis hin zu “smarten” Oberflächen. Diese Entwicklungen helfen dabei, Energie zu sparen und altersgerechtes Wohnen zu unterstützen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass in der Zukunft alles was potentiell vernetzt werden kann, auch vernetzt wird – und dies nicht nur zuhause und zwar von den Haushaltsgeräten bis hin zur Gebäudesteuerung.

Mit welchen Technologien haben Sie vorrangig gearbeitet – sowohl hinsichtlich der IT als auch der Einrichtungsgegenstände (Lampe, Sessel, Heizung)?
Hashemi:
Bei der Anwendung handelt es sich um eine Windows-Applikation. Sie wurde auf einem Multi-Touch-PC von Lenovo (A740), der mit Windows 8.1 betrieben wird, entwickelt. Die native Applikation wurde auf Basis von .Net in C# implementiert. Desweiteren wurden zwei Rasperry-PI-Systeme eingesetzt. Ein Rasperry PI hat die sensorische Auswertung der Sofas sowie der iBeacons übernommen. Dafür wurden Node.js-Anwendungen entwickelt, die die Überwachung übernehmen und entsprechende Schnittstellen (REST) für das Hauptsystem zur Verfügung stellen.

Das zweite Rasperry PI wurde mit einem Open Embedded Linux Entertainment Center (OpenELEC/XBMC) ausgestattet und ermöglichte auf diese Weise die Remote-Steuerung über das User Interface. Das System greift auf ein eigenes WLAN zurück, auf dem die einzelnen Systeme angemeldet sind und miteinander kommunizieren. In diesem WLAN werden auch die Philips-Hue-Lampen betrieben. Diese werden über die REST-Schnittstellen vom Hauptsystem ferngesteuert. Da es sich bei der Installation um ein temporäres Exponat handelte, wurden die Anwendungsfälle Heizung und der Anrufbeantworter nur exemplarisch umgesetzt und kommunizierten nicht mit den eigentlichen Systemen im Haus.

Inwiefern konnten Sie auf vorhandene Smart-Home-Standards zurückgreifen?
Hashemi:
Verschiedene Anbieter wie Apple oder die Telekom machen hinsichtlich einer Standardisierung erste Gehversuche und arbeiten an integrierten Lösungen für Smart-Home-Applikationen. Für unseren Prototypen haben wir jedoch auf keine Standardplattform zurückgegriffen. Das ist zurzeit auch schwierig, weil der Markt noch recht chaotisch ist und es noch keine etablierten Plattformen gibt. Vielmehr steckt noch vieles in den Kinderschuhen.

Noch muss man die Features ihrer Smart-Home-Lösung per Touch-Eingabe steuern, inwieweit wird dies wohl bald per Sprachsteuerung möglich sein?
Hashemi:
Wie man an Amazons Echo, Apples Siri und anderen vergleichbaren Lösungen sehen kann, geht der Trend klar in Richtung Sprachsteuerung. In der Zukunft wird vermutlich beides möglich sein. Denkbar wäre eine Sprachsteuerung für die alltägliche Interaktion zu Hause sowie ein Touch-Interface für komplexere Vorgänge. Allerdings stehen Sprachsteuerungssysteme noch am Beginn ihrer Entwicklung und sind noch mit Fehlern behaftet, insbesondere in Umgebungen mit hoher Lautstärke. Bei dem von uns präsentierten Exponat haben wir uns daher für einen großen Touchscreen entschieden.

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