Nachgefragt bei Thomas Göttgens, Cubos

Das Handy schlägt Alarm

Interview mit Thomas Göttgens, Geschäftsführer der Cubos Internet GmbH

Thomas Göttgens, Cubos Internet GmbH

Thomas Göttgens, Geschäftsführer der Cubos Internet GmbH

Herr Göttgens, welche Behörden, Rettungs- oder Sicherheitskräfte fragen mobilfunkbasierte Alarmierungssysteme momentan verstärkt nach?
Thomas Göttgens:
Als Ergänzung zu bestehenden Systemen dient Group Alarm häufig als Fallbacklösung. Gerade im ehrenamtlichen Bereich, wo jedoch keine flächendeckende Versorgung mit Meldern sichergestellt ist, wird mittels der Lösung alarmiert. Zudem verzeichnen wir zunehmend Nachfragen durch Werksfeuerwehren und Sicherheitskräfte, die die Flexibilität des Systems zu schätzen wissen. Aktuell stark nachgefragt werden Evakuierungslösungen für Schulen und Krankenhäuser.

Können Sie uns bitte kurz ein konkretes Einsatzszenario Ihres mobilen Alarmierungssystems in Deutschland, Österreich oder der Schweiz beschreiben?
Göttgens:
Unsere Lösung ist deutschlandweit tausendfach im Einsatz – im Rettungsdienst, beim Katastrophenschutz und bei der Feuerwehr. Aber auch klassische Disposition von Fahr- und Flugbereitschaft sowie Winterdiensten ist in unserem Kundenkreis verbreitet. In der Schweiz wird die lösung als Lizenzprodukt exklusiv durch die Swisscom angeboten und hat eine ähnliche Zielgruppe.

Inwiefern werden traditionelle Meldungsverfahren via Pager/Pieper oder klassischem Funk durch die Nutzung mobiler Lösungen obsolet?
Göttgens:
Je vielfältiger die Kommunikationskanäle sind, desto wahrscheinlicher ist eine erfolgreiche Alarmierung. Group Alarm ist dabei durch eine Vielzahl an Kontaktmedien ein wichtiger Baustein in der Alarmierungskette, soll diese aber nicht ersetzen, sondern vielmehr ergänzen.

Wie ist die Alarmierung im Notfall garantiert, wenn die Mobilfunkabdeckung einmal nicht gegeben sein sollte – Stichwort „weiße Flecken“?
Göttgens:
Durch die Vielzahl der Kommunikationskanäle ist ein Ausfall eines Kanals nicht entscheidend für die Alarmierung. Lokale ‚White Spots‘ werden so abgemildert oder mit anderen Kanälen gefüllt. Beim Schneechaos im Münsterland hat sich überdies gezeigt, dass bei einem solchen Schadensfall Einsatzkräfte im betroffenen Gebiet selbsttätig die Unterkünfte anfahren, während Nachschubeinheiten von weiter her normal alarmiert werden konnten.

Wie teuer kommt die Nutzung Ihres mobilfunkbasierten Alarmierungssystems?
Göttgens:
Ein Durchschnittsnutzer mit rund zehn Alarmierungen mit je 40 Teilnehmern zahlt monatlich bei Verwendung von SMS ca. 50 Euro. Bei Anrufen sind diese Kosten im Mobilnetz etwa gleich groß, bei Festnetztelefonaten deutlich geringer.

Wie aufwendig ist die Installation des Systems? Wie aufwendig sind das Anlegen und die Pflege der Personendatenbank?
Göttgens:
Da das System webbasiert ist, ist der initiale Aufwand zur Installation beim Benutzer nahezu nicht vorhanden. Komplizierter wird es erst bei Anbindungen an Leitstellen oder Auslösegeräten. Die Personendatenbank kann per Schnittstelle oder bestimmten unterstützten Import/Exporten arbeiten, damit kein doppelter Pflegeaufwand entsteht.

Wie gewährleisten Sie, dass allein befugte Nutzer mit dem System arbeiten bzw. darüber benachrichtigt werden? Wie gewährleisten Sie die Datensicherheit bzw. Hochverfügbarkeit des Systems?
Göttgens:
Das System arbeitet in der Grundsicherheit verschlüsselt mit Benutzername und zugehörigem Kennwort. Auf Wunsch kann der Benutzer weitere Verfahren hinzuschalten, wie die Zwei-Faktorauthentifizierung oder mit einem USB-Schlüssel. Die Anwendung läuft auf einem Cluster, der über mehrere Rechenzentren geographisch verteilt ist und jeder dieser Knoten kann autark arbeiten.

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