26.01.2018 „Platzt die Apple-Blase?“

Das iPhone X im Durchlauferhitzer der Gerüchteküche

Von: Ingo Steinhaus

Ist der Hype schon vorbei? Steht das iPhone X vor dem Aus? Sinkt die Nachfrage? Fragen über Fragen – an die Glaskugel.

iPhone x

Das iPhone X köchelt in der Gerüchteküche

Was war das kurz nach Weihnachten ein Jubel: „Das iPhone X war im Weihnachtsquartal mit 29 Millionen Stück das meistverkaufte Smartphone.“ Was war das vor ein paar Tagen eine Enttäuschung: „Das iPhone X verkauft sich schlecht und wird eingestellt.“ Was denn nun? Das kommt auf die Perspektive an und die Gerüchteküche, aus der man sich bedient.

Der auf Apple spezialisierte Analyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities vermutet laut AppleInsider, dass bei der nächsten Hardware-Vorstellung im Spätsommer ein Nachfolger für das iPhone X präsentiert wird. Das aktuelle X-Modell werde dann wohl nicht wie bisher verbilligt weiterverkauft. Der Analyst äußert laut MacRumors auch eine Vermutung darüber, warum Apple so handeln werde: Ein billiger verkauftes iPhone X würde den Markenwert der Highend-Technologie schädigen und zu geringeren Verkäufen der Nachfolgemodelle führen.

Viele Gerüchte aus der Glaskugel

Von zu geringen Stückzahlen ist dabei nicht die Rede, im Gegenteil, Kuo geht von etwa 18 Millionen verkauften Einheiten im ersten Quartal 2018 aus – ein recht guter Wert für so ein teures Telefon. Zum Vergleich: Im vierten Geschäftsquartal 2017 (Juli bis September 2017) wurden weltweit rund 47 Millionen Apple-iPhones aller Varianten verkauft. Schlechte Absatzzahlen sehen anders aus.

Besonders viel scheint also hinter dem Gerücht um die schlechten Verkaufszahlen für das iPhone X nicht zu stecken. Doch dann gibt es noch den von CNBC kolportierten Bericht des JP-Morgan-Analysten Narci Chang, der den Markt der Highend-Smartphones kurz vor einer Sättigung sieht und daraus eine mögliche Halbierung der hergestellten Gerätezahlen ableitet. Auch das ist lediglich ein Blick in die Glaskugel, doch im Durchlauferhitzer der Gerüchteküche (vulgo Internet) wird daraus rasend schnell Gewissheit – weil es so schön klickt.

Wenig Substanz, viel Gemunkel. Denn natürlich ist der Markt für ein 1000-Dollar-Smartphone deutlich kleiner als der für ein Billigmodell. Er dürfte relativ schnell gesättigt sein. Genau deshalb wird Apple ja auch einen Nachfolger herausbringen, ohne den Vorgänger auf dem Markt zu lassen. Dadurch werden Interessenten direkt auf das teure Modell umgeleitet. Aber natürlich könnte auch alles wieder ganz anders sein …

Bildquelle: Thinkstock

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