Höttges im Video

Das sagt der Telekom-Boss zur Attacke

Nach der Attacke auf Telekom-Router ruft Firmenchef Timotheus Höttges zur Aufrüstung für mehr Sicherheit auf.

Am Wochenende waren rund 900.000 Internet-Router der Telekom Ziel eines Cyber-Angriffs geworden, der die Geräte weitgehend lahmgelegt hatte. Die Angriffe zielten auf Fernwartungsports der Router ab.

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Dieser Zugang sei nun "noch besser geschützt", erklärt Telekom-Boss Timotheus Höttges bei einem Kongress zum Thema Cybersicherheit. Er fordert, jeder einzelne müsse aufrüsten. Und von der Politik fordert er: «Wir brauchen zudem so etwas wie die Nato für das Internet».

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Eine Nato für das Internet

Besonders wichtig sei bei solchen Angriffen, dass die betroffenen Unternehmen über ihre Sicherheitsstandards und die erfolgten Angriffe «transparent informieren». Nur der Austausch mache den Schutz möglich.

Außerdem müssten solche Angriffe geächtet werden wie zum Beispiel Landminen, sagte Höttges. «Wir haben noch Glück im Unglück», räumte der Telekom-Chef ein. Den Angreifern war es nicht gelungen, die Router zu kapern, einen einfachen Neustart hatte die Schadsoftware nicht überlebt. Die Telekom werde alles daran setzen, die Lücken so schnell wie möglich zu schließen. Ausdrücklich lobte Höttges die Reaktionsschnelligkeit des Unternehmens. «Wir haben in den letzten drei Tagen einen großartigen Job gemacht.

 «Wir haben in den letzten drei Tagen einen großartigen Job gemacht.»

Für die Telekom stehe die Internet-Sicherheit ganz oben auf der Agenda, doch hundertprozentige Sicherheit werde es im Netz auch künftig nicht geben. Gemeinsames Handeln sei jedoch gefragt. «Das war ein Versuch, eine Armee von Routern zusammenzustellen und dann einen gemeinsamen Angriff zu starten. Warum machen wir das nicht genauso?»

Von der Cyber-Attacke waren von der Telekom vertriebene Router der Marke «Speedport» betroffen. Nutzer konnten nicht mehr ins Netz, bei vielen funktionierten auch das Telefon und der TV-Empfang nicht mehr. Nach Recherchen der Sicherheits-Firma IT Cube Systems waren neben den Routern der Telekom möglicherweise auch weitere Provider wie Türk Telekom, die britische Talktalk Group und die spanische Movistar betroffen.

Die Telekom etwa fordere schon länger klare gesetzliche Regelungen dafür, dass Hersteller für Sicherheitslücken zur Verantwortung gezogen werden können, sagte Telekom-Sprecher André Hofmann. Ganz ausschließen ließen sich IT-Attacken nach Auffassung des Digitalverbands Bitkom allerdings nicht. «Der Fensterbauer haftet auch nicht, wenn in eine Wohnung eingebrochen wird oder der Hersteller von Fahrradschlössern für den Diebstahl von Fahrrädern», sagte die Bitkom-Geschäftsleiterin Sicherheit und Datenschutz Susanne Dehmel.

Die Attacke auf die Telekom-Router ist nach Einschätzung von Experten nur die «Spitze des Eisbergs». «Angriffe auf Schwachstellen von Routern sind für Angreifer äußerst lukrativ», sagte Tim Berghoff vom IT-Sicherheitsdienstleister G Data. Bei einem erfolgreichen Angriff könnten die Geräte unbemerkt gekapert und später zu einem Botnetz verbunden werden, über das dann etwa Spam-Mails versendet oder auch sensible Daten ausspioniert werden könnten.

dpa/rs

 

 

 

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