Longreads für das Wochenende

Das Samsung Galaxy Note 7 und andere Katastrophen

Explosive Smartphones sind nicht gerade die Art von Gadget, die wir gerne in der Hosentasche tragen. Diese Angst beschäftigt auch die Longreads dieser Woche.

"Es ist schwierig, sich ein schlimmeres Szenario vorzustellen", meint Bob O'Donnel von Techpinions. So ist es, denn das Note 7 ist nun tot und Samsung schwer angeschlagen. Das Thema beschäftigt alle Techmedien. Hier eine kleine Auswahl der stärker analytischen Beiträge: Ars Technica liefert einen Überblick zu den unterschiedlichen Theorien über die Gründe. Fast Company sieht Probleme in der Führung des Konzerns als wichtige Ursache. Könnte dies das Ende der Smartphone-Herrschaft von Samsung sein? fragt TechCrunch. Und Motherboard merkt an, das es sich hierbei auch um eine Umweltkatastrophe handelt.

Die explodierenden Smartphones sind ein Memento Mori der Hightech-Szene. Denn jede Entwicklung hat auch ihre Schattenseiten. So ist das Internet inzwischen derart mit Wirtschaft und Gesellschaft verknüpft, das Ausfälle der Netzstruktur zu globalen wirtschaftlichen Schäden führen könnten. Zudem werden immer mehr Entscheidungen von Belang durch Computer getroffen. Die große Gefahr: Die zunehmende Automatisierung von allem könnte der erste Schritt zu weiteren Desastern sein.

Auch die Silicon-Valley-Mentalität ist nicht nur positiv. Marco Marandiz fragt sich, welche echten Probleme wir wohl lösen könnten, wenn die Silicon-Valley-Techies ihre enorme "Disruptionsenergie" für etwas anderes einsetzen als die nächste App, mit der wir jemandem noch einen Tick komfortabler Geld senden können? Und ein Anonymous hat mit der Start-up-Welt vollkommen abgeschlossen: In einem sehr lustigen Text mit irre vielen Four-Letter-Words rechnet er mit dem Start-up-Gezicke ab.

Ein bisher nicht digitalisiertes Geschäftsmodell auflösen und dann einen sauberen Multimillionen-Dollar-Exit hinlegen – das klappt sicher nicht mit der schrägen Idee, einen Windows-3-Emulator zu bauen. Brad Robinson ist das egal, er macht es trotzdem. (Hackernoon hat dazu eine bisher fünfteilige Serie.)

Nebenbei: Die positive, techno-optimistische Seite der Diskussion gibt es auch noch. Der Bankenexperte und Wirtschaftswissenschaftler John Lewis glaubt nicht, dass die oft geäußerten großen Ängste vor der Abschaffung der Arbeit durch Roboter gerechtfertigt sind.

Bildquelle: Thinkstock

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