5G, VR, KI und Display-Lücken

Das waren die Trends auf dem MWC 2018

Auf dem Mobile World Congress 2018 in Barcelona zeichneten sich neben High-Tech-Innovationen auch einige ungewöhnliche Trends ab. Ein Überblick >>>

HMD-Global-Chef Florian Seiche stellt neue Modelle auf dem MWC 2018 vor. ((Foto: Andrej Sokolow))

HMD-Global-Chef Florian Seiche stellt neue Modelle auf dem MWC 2018 vor. ((Foto: Andrej Sokolow))

5G


Über die Vorzüge des nächsten Datennetzes mit seinen schnellen Durchsatzgeschwindigkeiten und extrem kurzen Reaktionszeiten spricht die Branche schon seit Jahren. Jetzt will sie die Neuerungen greifbar machen. So zeigte der japanische Telekom-Konzern Docomo in Barcelona einen Roboter, der über das 5G-Netz angebunden praktisch ohne Verzögerung die Bewegungen eines Menschen wiederholt. Nach ein paar Gesten zum Aufwärmen malt der Roboter Hieroglyphen und einen Drachen. Der Mensch, der ihn mit seinen eigenen Bewegungen steuert, sieht dabei in einer VR-Brille das Bild aus den Kameraaugen des Roboters.

VR und AR


Diverse Unternehmen zeigten in diesem Jahr auf dem Mobile World Congress, wie man virtuelle Realität (VR) und um künstliche Inhalte ergänzte Realität in der Praxis einsetzen kann. Der Beratungskonzern Accenture brachte ein System mit, mit dem die Reaktionen von Menschen auf Fahrten in Roboterwagen erforscht werden. Dabei geht es um Situationen wie Beinahe-Unfälle oder Fahrfehler der Software – also solche, die man eher im Labor als auf der Straße durchleben sollte. Die Nutzer werden nicht nur zu ihren Emotionen befragt, Sensoren u.a. im Sitz registrieren auch ihre Körperhaltung – auch, damit die Inneneinrichtung des Autos im Ernstfall richtig reagieren kann. Die französische Firma Simforhealth zeigte in Barcelona eine virtuelle Anwendung, mit der Ärzte eine Operation am offenen Herzen üben können.

Smartphone-Design


Die Messe in Barcelona war auch ein Schaufenster der Trends im Smartphone-Design. Und hier zeichnete sich ganz klar ab: Der Rahmen um die Bildschirme ist am verschwinden. Viele Hersteller folgen der Linie des Marktführers Samsung, nur noch schmale Streifen am oberen und unteren Rand übrig zu lassen – oben für Kamera und Lautsprecher, unten vor allem für die Symmetrie. Zum Renner in Asien wurde aber auch die viel kritisierte Apple-Lösung, die Sensoren am oberen Rand in eine Aussparung in der Mitte zu packen – daneben aber noch Bildschirmecken zu lassen, die wie Ohren oder Hörner aussehen. In Barcelona zeigte mindestens ein halbes Dutzend Hersteller solche Display-Lücken, die sie technisch gar nicht brauchen.

Künstliche Intelligenz


Ohne das Schlagwort des Jahres kam in Barcelona kaum eine Präsentation aus. Vor allem steht bisher die Kamera im Mittelpunkt: Software soll erkennen, was sie sieht und dem Nutzer zusätzliche Informationen liefern oder z.B. die Aufnahmeeinstellungen darauf anpassen. Auch eine Übersetzung von Text in fremden Sprachen ist z.B. in Samsungs neuem Topmodell Galaxy S9 vorgesehen, das in Barcelona vorgestellt wurde.

Retro-Design


Vor einem Jahr bekam der Hersteller HMD Global, der die Nokia-Markenrechte hält, viel Aufmerksamkeit für seine aufgefrischte Version des legendären Einfach-Handys Nokia 3310 aus den 90er-Jahren. Das Retro-Gerät verkaufte sich laut HMD trotz der Smartphone-Dominanz in „hohen Millionen-Stückzahlen“ und jetzt legte die Firma nach und ließ das Schiebe-Handy 8110 zurückkehren, das man einst im „Matrix“-Film sehen konnte.

dpa/Andrej Sokolow, Renate Grimming/ls

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