Safe-Harbor-Abkommen gekippt

Datenschutz in der Cloud

Wenn Alexander Dobrindt rund um die Verhandlungen zum EU-Datenschutzgesetz den Vorschlag macht, das Gebot der Datensparsamkeit aufzugeben, stellt sich die Frage, was ihn zu solch einer Aussage treibt.

Seit dem gekippten Safe-Harbor-Abkommen lagern Anwenderunternehmen vermehrt ihre Daten in deutsche Rechenzentren aus, um diese vor dem Zugriff der US-Geheimdienste zu schützen.

Man kann nur hoffen, dass er – wieder einmal – unbedarft vor sich hin „philosophiert“ und er sich nicht – schon wieder – vor den Karren der Lobbyisten hat spannen lassen. Und dass es nicht darum geht, deutsche Datenschutzstandards mit solchen Pauschalfloskeln anzuzweifeln und auszuhebeln. Denn Datenschutz ist keine deutsche Schrulligkeit und auch keine „German Angst“, sondern hat vielmehr das Zeug zum Exportschlager. Nicht umsonst hört man von verschiedenen Outsourcing- und Cloud-Anbietern, dass ausgerechnet US-Anwenderunternehmen vermehrt nach Deutschland kommen, um ihre Daten von hiesigen Betreibern in hiesigen Rechenzentren vor dem Zugriff der US-Geheimdienste zu schützen.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Initiative zu sehen, die Microsoft kürzlich mit T-Systems gestartet hat. Wegen der Weigerung, US-Gerichten Daten aus seinen irischen Rechenzentren zur Verfügung zu stellen, liegt der US-Konzern schon länger im Clinch mit den amerikanischen Behörden. Um solchen juristischen Scharmützeln in Zukunft von vorneherein aus dem Wege zu gehen und endlich mehr Rechtssicherheit beim Auslagern von Daten zu gewährleisten, können Microsoft-Kunden Cloud-Dienste wie Office 365 voraussichtlich ab Mitte 2016 aus T-Systems-Rechenzentren in Magdeburg und Frankfurt am Main beziehen – und zwar ausschließlich von dort. Übertragen werden die Daten über ein privates, vom Internet getrenntes Telekom-Netz.

Dieser Schritt ist absolut zu begrüßen. Und selbst wenn sich die US-Geheimdienste doch irgendwie Zugang zu diesen Daten verschaffen sollten, dann wäre es dieses Mal ohne pseudo-legitimierte Konstrukte wie das sogenannte „Safe-Harbor“-Abkommen einfach nur noch illegal.

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Bildquelle: Thinkstock/ Wavebreak Media

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