Mit Tablets Fahrzeuginstandhaltung optimiert

DB erfasst Wartungsarbeiten mobil

Bei der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH findet die Dokumentation der durchgeführten Wartungsarbeiten auf mobilem Weg statt – dabei kommen robuste Tablets mit speziellen Apps zum Einsatz.

  • „Die direkte mobile Schadenerfassung und die Online-Kommunikation während der weiteren Auftragsbearbeitung verbessern die Qualität unserer Prozesse", so Katharina Siebke, IT-Projektleiterin bei der DB Fahrzeuginstandhaltung.

Ob Lokomotive, Triebzug oder Triebwagen, ob im Bereich Hochgeschwindigkeit, im Personen- oder Güterverkehr – die DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH (FZI) gilt als Full-Service-Dienstleister für Schienenfahrzeuge in ganz Europa. Der Service umfasst fristgemäße Revisionen, Unfallinstandsetzungsarbeiten und Modernisierungsprojekte sowie die Aufarbeitung von Komponenten und die Material­beschaffung für alle Instandhaltungsstufen.

Das Zusammenspiel der technischen Systeme mit moderner Informationstechnologie gilt bei der FZI als Schlüssel für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. So ist beispielsweise das ­Projekt Puma („Produktionsumfassende mobile Applikationen“) ins Leben gerufen worden. Ausgangspunkt war die Betrachtung der für einen Instandhaltungsbetrieb typischen, äußerst vielfältigen Informationsflüsse, die mit diversen Medienbrüchen und deutlichen Verzögerungen behaftet waren. Projektleiterin Katharina Siebke verdeutlicht dies: „Vergleichbar mit einer Autowerkstatt haben wir es hier mit Kunden zu tun, die ihr Schienenfahrzeug zur Reparatur geben und schnell wissen wollen, welcher Aufwand entsteht, wie lange es dauern wird und wie hoch die Instandsetzungskosten sein werden. Allerdings sind die Prozesse bei der FZI viel komplexer, da eine Vielzahl technischer und gesetzlicher Vorgaben zu beachten sind und die Züge pünktlich wieder zurück in ihren fahrplanmäßigen Betrieb müssen.“

Eines der ersten Ziele im Puma-Projekt war die Entwicklung einer Lösung, welche eine präzise, verzögerungsfreie und gleichzeitig einfache Aufnahme des Istzustands der gelieferten Bahnfahrzeuge gewährleistet. „Schadaufnahme“ nennt sich dieser Prozess, der bislang mittels Papierformularen und Excel-Tabellen erfolgte und sich bei größeren Zügen oft über mehrere Tage erstreckte. Bei der neuen mobilen Lösung sollte die Erfassung der einzelnen Arbeitspositionen und Angaben zum Umfang der Schäden online erfolgen und eine nachträgliche Übertragung vom Papierformular in das SAP-System überflüssig machen.

So mobil wie möglich

Bei den Überlegungen, wie die Papierflut eingedämmt werden kann, wurden im Bereich Hardware verschiedene mobile Lösungsansätze diskutiert. Von der Aufstellung stationärer Terminal-Clients wurde schnell Abstand genommen, weil die Wegezeiten unproduktiv sind. Der Einsatz von Notebooks wurde verworfen, weil tragbare Computer für industrielle Anwendungen mit bis zu 5 kg Gewicht nicht wirklich die Mobilität unterstützen und recht teuer sind. So blieben noch Tablet-Computer, die auch in Ruggedized-Versionen angeboten wurden und für den Einsatz in den Werken der FZI geeignet erschienen.

Bei der Betrachtung relevanter Geräte wurde deutlich, dass sowohl Consumer-Modelle als auch extrem robusten Industrie-Tablets nicht infrage kommen. Letztere waren aufgrund der mechanischen Schutzmaßnahmen oft zu schwer. Auch preislich lagen diese Ruggedized-Geräte außerhalb des vorgesehenen Rahmens. Einen gesunden Mittelweg bildeten die Tablets vom Typ V-T500 des Herstellers Casio. Als Betriebssystem ist Android vorinstalliert, das u.a. einen Kiosk-Modus bietet, der es ermöglicht, ausschließlich freigegebene FZI-Anwendungen zuzulassen und allgemeine Consumer-Apps zu sperren. Ein integriertes NFC-Modul kann zur kontaktlosen Authentifizierung der Mitarbeiter über den Konzernausweis genutzt werden.

Offen für vielfältige Apps

Parallel zur mobilen Applikation MSA („Mobile Schadaufnahme“) sieht die Mobilitätsstrategie im Puma-Projekt vor, weitere Apps zur Optimierung ausgewählter Prozesse zu entwickeln. So können die Mitarbeiter schon jetzt die DuR-App (Dokumente und Regelwerke) nutzen, die während der Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten alle erforderlichen Vorschriften, Regelwerke, Protokolle, Anleitungen, Pläne und Informationen online verfügbar macht. Zur mobilen Zeiterfassung von Einzelarbeit, Mehrstellen- und Gruppenarbeit wird eine Zeitaufnahme-App eingesetzt. Die erfassten Daten ermöglichen eine effiziente Zeitwirtschaft zur Verbesserung der Marktfähigkeit, Kalkulationssicherheit und zur Absicherung der planmäßigen Produktivitätsentwicklung.

Weitere Apps sind bereits in Vorbereitung: Die App GiP ist ein interaktiver Gleisbelegungsplan und soll mithilfe grafischer Elemente eine bessere Auslastung der verfügbaren Gleisstrecken in den Hallen und im Freigelände der Werke erlauben. Die geplante QS-App unterstützt das Qualitätswesen und eine weitere App, die „Papierlose Fertigung“, soll entwickelt werden, wenn die Einführung eines Dispo­systems für die Fertigung (PPS/MES) abgeschlossen ist.



DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH
Branche:
Schienenfahrzeugtechnik
Gründung:
2001
Hauptsitz:
Frankfurt am Main
Mitarbeiter:
rund 8.400
http://www.db-fzi.com/

 

Bildquelle: DB Fahrzeuginstandhaltung

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