Technologischer Wandel erfordert Risikobereitschaft
Die nächste Phase des technologischen Wandels ist da, betont der „KPMG Global Tech Report 2026“. Künstliche Intelligenz, Automatisierung, datengetriebene Systeme und Quantencomputer prägen eine Zukunft, die weniger von einzelnen Innovationen als von ihrer Geschwindigkeit und ihrer Breitenwirkung bestimmt wird. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Technologie dauerhaft in Strukturen, Prozesse und Angebote zu integrieren. Dabei rücken Fragen der Skalierung, der Wirtschaftlichkeit und der organisatorischen Anpassungsfähigkeit in den Mittelpunkt.
Viele Unternehmen investieren bereits stark in agentische KI, also in autonome digitale Systeme, die Aufgaben selbstständig ausführen sollen. Diese Technologie gilt zunehmend als strategisch wichtiger Bestandteil von Geschäftsprozessen und weniger als vorübergehender Trend. 88 Prozent der Befragten bauen solche KI-Systeme in ihre Infrastruktur ein. Etwa 74 Prozent geben an, dass ihre KI-Einsätze einen messbaren Wert für das Geschäft schaffen, zum Beispiel durch mehr Effizienz oder geringeres Risiko. Allerdings berichten nur 24 Prozent, dass sie diesen Wert über verschiedene Anwendungsbereiche hinweg voll ausschöpfen und einen tatsächlichen finanziellen Nutzen sehen.
Neben Technologie und Rendite rückt die Frage nach Steuerung und Anpassungsfähigkeit in den Vordergrund. Viele Tech-Verantwortliche berichten, dass Pläne durch den rasanten Wandel schnell veralten. Rund 78 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass mehr Risikobereitschaft bei aufkommenden Technologien nötig ist, um Wachstum und Innovation zu sichern. Das verweist auf Strategien, die stärker mit Unsicherheit rechnen und laufende Kurskorrekturen zulassen. Trotzdem stützt sich die Mehrheit weiterhin auf etablierte Prozesse, wenn neue Technologien bewertet und eingeführt werden.
Gleichzeitig ist der Optimismus hoch. Viele Verantwortliche erwarten, innerhalb kurzer Zeit deutliche Reifesprünge zu erzielen. Die ambitionierten Erwartungen treffen jedoch auf strukturelle Hürden. Fachkräftemangel bleibt ein zentrales Problem: Mehr als die Hälfte der Unternehmen beklagt mangelnde Kompetenzen für die Umsetzung ihrer Digital- und KI-Strategien. Hinzu kommt eine hohe Belastung durch technische Altlasten. Frühere Entscheidungen zugunsten von Geschwindigkeit und Kostensenkung führen zu Defiziten bei Sicherheit, Skalierbarkeit und Datenqualität. Das bremst den Übergang von Pilotprojekten zu produktiven Lösungen.
In Frage steht außerdem der wirtschaftliche Nutzen. Im Durchschnitt haben die Unternehmen ihr eingesetztes Kapitals durch digitale Technologien verdoppelt. Aber die Spannweite der Ergebnisse ist groß. In frühen Phasen lassen sich mit überschaubaren Investitionen schnelle Erfolge erzielen. Mit zunehmender Komplexität sinkt der Ertrag zunächst, da Integrationsaufwand und Altlasten zunehmen. Erst bei höherer organisatorischer und technologischer Reife steigen die Renditen wieder deutlich an. In der Gesamtschau entsteht ein Lagebild, das hohe Ambitionen mit strukturellen Engpässen verbindet. Technologische Leistungsfähigkeit allein reicht nicht aus. Entscheidend sind klare strategische Leitlinien, belastbare Daten- und Sicherheitsgrundlagen, realistische Erfolgsmessung und eine Organisationskultur, die Lernen und Anpassung ermöglicht.
Mit KI-Unterstützung verfasst.
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