Start der EM 2016 in Frankreich

Der Ball rollt im Live-Stream

Heute Abend startet die Fußball-EM in Frankreich. Neben der Übertragung im Fernsehen gibt es die Gelegenheit, die Spiele im Live-Stream der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zu verfolgen. Schon bald könnte das Streaming von Sport-Events auch über zahlreiche weitere Kanäle möglich sein.

  • EM 2016 in Frankreich

    ARD und ZDF zeigen die Spiele der EM 2016 in Frankreich im Live-Stream.

  • Dror Ginzberg, Wochit

    Dror Ginzberg, Mitgründer und CEO der Video-Erstellungsplattform Wochit

Wer kein Public Viewing geplant hat und sich auch nicht vor den heimischen Fernseher setzen möchte, hat die Möglichkeit, die Spiele der EM 2016 im Live-Stream von ARD und ZDF kostenlos zu sehen – vorausgesetzt, die (4G-)Mobilfunkverbindung lässt dies zu. Bereits 2012 hatten sich die beiden öffentlich-rechtlichen Sender die Übertragungsrechte – offline wie online – an dem Turnier für rund 180 Mio. Euro gesichert.

Glaubt man Experten könnte es sich dabei jedoch um eine der letzten Fußball-Großveranstaltungen handeln, die vorrangig über den TV-Bildschirm flimmern. Denn für Fußball wie für viele andere Sportarten gilt: Wer nicht live vor Ort mitfiebern kann, hat Alternativen zur Fernsehcouch. "So hat beispielsweise die National Football League (NFL) in den USA einen Exklusivvertrag mit Twitter geschlossen, im Zuge dessen der Social-Kanal bestimmte Spiele über Live-Streaming auf seiner Plattform anbieten kann“, berichtet Dror Ginzberg, Mitgründer und CEO der Video-Erstellungsplattform Wochit.

Während die UEFA die Rechte an den Endrundenspielen in Frankreich noch an die Öffentlich-Rechtlichen verkauft hat, verdienen insbesondere in den USA bereits viele Sportarten beachtliche Summen durch Einnahmen aus neuen, alternativen Kanälen. „Dabei leisten die US-amerikanischen Sportverbände einmal mehr Pionierarbeit: Statt auf den Verkauf exklusiver Fernsehrechte, konzentrieren sie sich auf interaktive Medien, die ein wirklich direktes Engagement mit dem Publikum ermöglichen. Das Resultat ist eine neue Art von ‚Fernsehen’, das auch Werbemachern bislang ungeahnte Möglichkeiten eröffnet“, so Ginzberg weiter.

Bundesliga setzt auf traditionelle TV-Rechte

Dass zumindest die Deutsche Fußball Liga (DFL) noch auf die guten, alten TV-Übertragungen setzt, zeigte die gestrige Vergabe der Rechte an den Bundesligaspielen ab der Saison 2017/18 bis 2020/21.

Eigenen Angaben zufolge erzielte die DFL für die nationalen Medienrechte dabei erstmals die Rekordmarke von durchschnittlich einer Milliarde Euro pro Saison. Im Großen und Ganzen gingen die Rechte an die Altbekannten: So sicherte sich der Bezahlsender Sky sämtliche Live-Übertragungen und die ARD zeigt die erste öffentliche Zusammenfassung der Samstags- und Sonntagsspiele, wobei der Nachbericht des Topspiels am Samstagabend wie gehabt im ZDF-Sportstudio zu sehen ist. Einzig der Zuschlag für Eurosport überraschte. Der Sender sicherte sich ein Live-Paket, in dem u.a. Pay-Rechte für die Begegnungen der Bundesliga am Freitagabend sowie die Relegation und der Supercup enthalten sind.

Darüber hinaus erhielt für die Internet-Cliprechte erstmals die Perform Group den Zuschlag, die in Kürze ein Streaming-Angebot mit Sportinhalten starten wird. Damit hält das britische Medienunternehmen die Pakete für die Online-Verwertung der Bundesliga. Da man erst vor kurzem Sky die Exklusivrechte an der britischen Premier League weggeschnappte, darf man gespannt sein, welche mobilen Internet-Pakete es ab der Saison 2017/18 dann hierzulande geben wird und wie sich bisherige Modelle wie „Sky go“ weiterentwickeln.


Bildquelle: Adidas

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