Gepäckabgabe, Sicherheitscheck, Boarding effizienter gestalten

Der Flughafen der Zukunft

Für viele Reisende ist Fliegen mit Stress und Frustration verbunden – insbesondere, wenn es um die Gepäckabgabe, den Sicherheitscheck und die Abfertigung am Gate geht. Dabei denkt sofort jeder an Schlange stehen und lange Wartezeiten. Die gute Nachricht ist: Mitunter haben mobile Technologien das Potential, diese Szenarien zu verändern und Flughäfen zu wahren Wohlfühloasen zu machen.

Flughafen

Dank mobiler Technologien könnten Flughäfen künftig zu Wohlfühloasen werden.

Beim Check-in hat sich in den letzten Jahren beispielsweise schon viel verändert. Passagiere können sich ihr Ticket bzw. ihre Boarding-Karte per E-Mail aufs Smartphone schicken lassen oder beides ist via App der Fluggesellschaft mobil verfügbar. In zehn Jahren wird man am Flughafen außerdem online einkaufen, ins Kino, zum Zahnarzt gehen oder Sport treiben können. Die Ausstellung am niederländischen Flughafen Schiphol, die einige Meisterwerke niederländischer Künstler beinhaltet, oder der Changi Flughafen in Singapur mit seinem fünfstöckigen vertikalen Garten, vier Kinos und einem Schwimmbecken auf dem Dach sind jetzt schon die Vorläufer der „Aerovilles“ der Zukunft.

Doch mit welchen mobilen Technologien und Veränderungen können Passagiere in den nächsten zehn Jahren im Wesentlichen rechnen? Und wie werden Flugreisen dadurch komfortabler? Ein genauer Blick auf die zentralen Prozesse an Flughäfen klärt auf.

Gepäckabgabe und Gepäck-Tracking

Bisher betreibt jede Fluggesellschaft eigene Schalter für die Gepäckaufgabe – mit oder ohne Personal. Das geht auch anders. Im The Hague Airport in Rotterdam gibt es beispielsweise eine Fast-Bag-Drop-Applikation. Die Lösung stellt ein Multi-User-, Multi-Host-System zu Verfügung, das dynamisch zwischen den Abflug-Kontroll-Plattformen der unterschiedlichen Airlines hin- und herschalten kann. Den Passagieren stehen damit alle Gepäckabgabestationen im Terminal zur Verfügung. In Zukunft werden Gepäckstücke außerdem mit RFID-Chip-Technologie bzw. digitalen Etiketten oder permanenten Bagtags ausgestattet, um sie auf den richtigen Weg zu schicken. Sie zeigen über die Nutzung von Barcodes ihre Fluginformationen digital an. Fluggäste aktualisieren die Tags bei jedem neuen Flug via Bluetooth mit ihrem Smartphone und können den Verbleib ihrer Gepäckstücke während der ganzen Reise in Echtzeit über eine mobile Erkennungs-App lokalisieren. So wissen Passagiere und Airlines, wann das Gepäck ins Flugzeug geladen wurde und wann es auf welchem Gepäckband am Reiseziel wieder verfügbar ist.

Sicherheitscheck

Dieser Vorgang wird in zehn Jahren nur noch wenige Sekunden dauern: dank der Entwicklung biometrischer Technologien wie Gesichtserkennung und der Integration dieser Technologien in Smartphones. Passagiere brauchen nicht mehr ihre Schuhe, Gürtel etc. ausziehen, weil moderne Molekularscanner die Ultraschallgeräte ersetzen und Metalldetektoren unnötig machen. Verbotene Tascheninhalte oder Gefahrengut werden damit zehn Millionen Mal schneller erkannt als heutzutage. Dabei sind diese Geräte nicht viel größer als ein heute gängiger USB-Stick.

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Echtzeitinformation am Flughafen

In zehn Jahren werden Airport-Passenger-Experience-Apps die konstante Informationsquelle zu allen Prozessen am Flughafen sowie zu An- und Abfahrt sein. Sie versorgen die Passagiere schon zu Hause oder dann am Flughafen in Echtzeit mit allen erforderlichen Informationen. Dabei wird der Passagier zunächst im Parkhaus, am Taxistand oder am S- bzw. Busbahnhof biometrisch identifiziert. Über die mobile App erhält er dann alle relevanten Daten zu seinem Flug – wo er sein Gepäck abgeben kann oder von welchem Gate der Flieger startet. Die App navigiert den Passagier in Echtzeit durch den Flughafen bis zu seinem Boarding-Gate und versorgt ihn mit allen Details, die er individuell benötigt. Die App weiß beispielsweise auch, wo die nächste Apotheke am Flughafen ein bestimmtes Medikament vorrätig hat oder welches Restaurant am Flughafen veganes Essen anbietet.

Boarding

Auch das Boarding wird ein Selbstbedienungsprozess sein. Am Self-Boarding-Gate passieren die Fluggäste eine elektronische Barriere, die einen Infrarotgesichtsscan durchführt. Die Daten davon werden unter Zuhilfenahme mobiler Technologien mit den biometrischen Daten abgeglichen, die ganz am Anfang am Flughafen erhoben wurden. Stimmen die Daten überein, öffnet sich die Schranke und der Passagier kann an Board gehen.

Shopping am Airport

Die technische Revolution wird auch keinen Halt vor den Duty-Free-Shops machen: Die Geschäfte am Airport werden zu gigantischen virtuellen Einkaufswänden. Passagiere können die virtuellen Produkte dabei von allen Seiten bequem begutachten und sie sogar anfassen oder riechen. Ist erst einmal das Wunschprodukt vor Ort oder über das Smartphone bestellt und sicher bezahlt, wird auch gleich der Transport mit organisiert.

Flughäfen und Airlines investieren schon heute sehr viel in mobile und andere Technologien, um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Wünschen ihrer Kunden besser zu entsprechen. Trotzdem: Eine ganzheitliche mobile Strategie ist an Flughäfen immer noch selten. Folge davon können ein später Return on Investment (ROI), ernste Sicherheitsvorfälle, mehr Personaleinsatz pro Passagier als vorher oder nur eine teilweise Ausschöpfung möglicher Vorteile sein.


Flughafenbetreiber sollten auf folgende Punkte achten:

  • eine auf die Passagiere ausgerichtete Vorgehensweise unter Beachtung von Business-, operativen und Endnutzeraspekten mobiler Lösungen.
  • die Integration von und Koordination mit allen Beteiligten: Airlines, Gastronomie, Einzelhändler, etc.
  • eine fehlerfreie Sicherheitsstrategie, um kritische Daten ausreichend zu schützen.
  • Unterstützung durch erfahrene IT-Experten, die solche Projekte schon durchgeführt haben und über eine globale Service-Struktur sowie durchgängige mobile Lösungen verfügen.

Quelle: Unisys

Bildquelle: Thinkstock

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