Mobilfunk von morgen

Der große Kick für das Internet der Dinge?

Während Deutschland noch über 5G diskutiert, ist z.B. in Japan die kommerzielle Einführung der neuen Mobilfunktechnologie bereits für 2020 geplant. Warum sollten auch deutsche Unternehmen in Sachen 5G endlich vom Reden zum Handeln übergehen?

Der große Kick für das Internet der Dinge?

5G könnte für das IoT einenkräftigen Schub bedeuten – doch noch hapert es an der Umsetzung.

Das Internet der Dinge ist bereits da. Schon 2018 lag die Zahl der vernetzten Geräte nach Schätzungen von Juniper Research weltweit bei 21 Milliarden. Für 2022 rechnen die Analysten mit einer Steigerung auf mehr als 50 Milliarden. Bitkom geht davon aus, dass diese Zahl schon 2020 überschritten werden könnte. Angesichts solcher Zahlen erwarten Unternehmen und Verbraucher von 5G nicht weniger als den nächsten Schritt in der Evolution des Internets. Doch kann die neue Technologie diese hohen Erwartungen erfüllen?

In der öffentlichen Diskussion werden 5G eine Vielzahl unterschiedlichster Fähigkeiten zugeschrieben. Doch der Aufbau der entsprechenden Netze wird Jahre in Anspruch nehmen und verschiedene Leistungsmerkmale des neuen Standards unterschiedlich schnell bereitstellen. Dennoch geht NTT Data davon aus, dass 5G dem Internet der Dinge in verschiedenen Anwendungsbereichen neue Impulse gibt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5-6/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Mehr Bandbreite

Schnellere Downloads und Videostreaming unterwegs in höchster Qualität stehen vor allem auf der Wunschliste privater Internetnutzer. Enhanced Mobile Broadband (eMBB) ist deshalb das populärste Anwendungsszenario. Übertragungsraten von bis zu 20 Gbps verbessern das Benutzererlebnis. Geschäftsreisende profitieren ebenfalls davon, dass die Übergabe von einer Funkzelle in die nächste auch bei Tempo 500 km/h funktioniert. 5G ist die erste Generation von Mobilfunknetzen, die darauf ausgelegt ist, mehr Maschinen als Menschen miteinander zu verbinden. Dank Massive Machine Type Communications (mMTC) ist der Standard in der Lage, die M2M-Kommunikation für eine möglichst große Zahl von Maschinen, Anlagen, Geräten und Sensoren bereitzustellen. Bis zu eine Millionen Geräte pro Quadratkilometer lassen sich damit vernetzen. Produktion und Logistik profitieren davon, indem sie nicht nur Fahrzeuge und Behälter vernetzen, sondern auch Lager- oder Parkplätze und Sensoren zur Überwachung ihres mobilen Inventars. Im Gebäude-Management und in der Landwirtschaft steuern Unternehmen mit vernetzten Sensoren ihre Liegenschaften effizienter.

Kritische Anwendungen in Echtzeit stellen besondere Anforderungen an die hohe Verfügbarkeit und geringe Latenzzeiten von mobilen Netzen. Visuelle Fernsteuerung von Robotern am Bau oder in der Telemedizin gehören dazu. In der 5G-Terminologie heißt dieser Anwendungsbereich Ultra-Reliable and Low Latency Communications (URLLC). Mit Latenzen unter einer Millisekunde und einer Verfügbarkeit von 99,9999 Prozent unterstützt 5G hier auch ferngesteuerte Fahr- und Flugzeuge oder das Monitoring von Vitaldaten.

Doch 5G allein ermöglicht weder intelligente Mobilitätsdienste noch Smart Health. Für erfolgreiche IoT-Geschäftsmodelle brauchen Unternehmen neben dem „Kick“ durch 5G vor allem die Fähigkeit, aus einer Geschäftsidee zusammen mit anderen Akteuren ein wettbewerbsfähiges Angebot zu machen. Das zeigen Erfahrungen in Japan, wo die kommerzielle Einführung von 5G bereits 2020 bevorsteht.

Bildquelle: Getty Images / iStock

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