Sailfish OS

Der letzte Betriebssystem-Mohikaner

Die anfangs zahlreichen Android-Alternativen sind inzwischen überwiegend vom Markt verschwunden. Eine Ausnahme: Sailfish OS, jetzt in der Version 3.0.

Der Gemini PDA läuft (auch) mit Sailfish OS

Der Gemini PDA läuft (auch) mit Sailfish OS

Mut in der Nische, das kann man den Machern des Alternativbetriebssystems Sailfish OS durchaus attestieren: Das System ist jetzt für den etwas retro wirkenden Gemini PDA verfügbar. Ältere Techies erinnern sich: Ein PDA oder Personal Digital Assistant war ein kleiner Minicomputer mit Funktionen wie Notizblock, Terminkalender oder Aufgabenliste. Einige der Geräte waren sogar an das Internet angeschlossen und erfüllten eine Menge der Funktionen, für die man seinerzeit noch einen Desktopcomputer brauchte. Das Smartphone entstand aus der Mischung der Funktionen von Handy und PDA.

Nun hat das britische Unternehmen Planet Computers die Gerätegattung der PDAs wiederaufleben lassen. Im Unterschied zu einem normalen Smartphone besitzt der PDA eine echte Tastatur und einen auf klappbaren Touchscreen mit eingebauter Kamera und kleinen Stereolautsprechern. Die Größe entspricht ungefähr dem eines Sechs-Zoll-Smartphones.  Die Netzverbindung wird mit WLAN aufgenommen, zwei USB-Schnittstellen sorgen für den Anschluss von externen Geräten.

In der Grundausstattung besitzt das Gerät 64 GB Speicherplatz und kann über einen MicroSD-Slot aufgerüstet werden. Natürlich gibt es auch eine Version mit 4G-Schnittstelle, sodass es im Grunde ein Smartphone ist, aber in klassischer PDA-Optik. Die WLAN-Version kostet 500 Pfund (ca. 570 €), die 4G-Version 100 Fund mehr.

Neue Sailfish-Version 3.0

Das Gerät ist ursprünglich für Android entwickelt worden, besitzt aber eine Dual-Boot-Option, die auch die Installation von Linux erlaubt. Deshalb ist Sailfish OS auch für dieses Gerät verfügbar. Sonst unterstützt das Nischenbetriebssystem nur noch die beiden Sony-Geräte Xperia X und XA2. Trotzdem hält sich die Android-Alternative am Markt, im Gegensatz zu Ubuntu Touch und Firefox OS.

Die neue Version 3.0 bringt optisch nur wenige Änderungen, hat unter der Haube aber eine Vielzahl an Neuerungen zu bieten. So soll das Zusammenspiel mit Android-Apps besser sein. Der Funktionsumfang ist mehr als ausreichend: Verschlüsselung von Daten und Kommunikation wird ebenso unterstützt wie Mobile Device Management, VPN-Verbindungen und Cloud-Synchronisation. Gegenüber der Vorversion soll die Leistung etwa 30 Prozent höher sein.

Diese Leistungsdaten machen das Sailfish OS eigentlich recht attraktiv. Trotzdem bleibt es in der Nische, denn die Hardwarebasis ist zu gering für einen sichtbaren Marktanteil. Ein großer Teil der Verbreitung ist darüber hinaus der Möglichkeit zur nachträglichen Installation geschuldet. Dies ermöglicht es technisch versierten Leuten, das System auf andere Smartphones zu übertragen. Die Masse der Nutzer ist so aber nicht zu erreichen, es bleibt wohl bei der Dominanz von Android und iOS.

Bildquelle: Planet Computers

©2018Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok