Marktstudien

Der Markt für IoT-Plattformen bleibt fragmentiert

Zahlreiche Marktstudien wollen im IoT-Markt mehr Überblick bringen. Doch sie konzentrieren sich oft zu stark auf die großen Anbieter.

Internet der Dinge

Internet der Dinge

Wer Anwendungen für das Internet der Dinge entwickelt, benötigt auf jeden Fall eine IoT-Plattform, die Sensordaten sammelt und weiterverarbeitet. Eine solche Plattform ist die Basis für alle Arten von IoT-Projekten, von vernetzten Haushaltsgeräten über Fitness-Gadgets und Smartwatches bis hin zu industriellen Anwendungen, bei denen ganze Fabrikanlagen mit Sensoren ausgestattet werden. Es ist wenig sinnvoll, eine eigene Plattform zu entwickeln und in einem Rechenzentrum zu betreiben. So ist zusammen mit dem Internet der Dinge auch zugleich ein Markt für IoT-Plattformen entstanden.

Im Moment ist dieser Markt noch in der Goldgräberphase und dadurch unübersichtlich. Zu den Anbietern gehören die bekannten IT-Riesen wie Amazon, IBM oder Microsoft, aber auch Industriekonzerne wie General Electric, Siemens oder Bosch. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an kleineren Hightech-Unternehmen und Startups, die ebenfalls IoT-Plattformen anbieten. So ist einen Marktüberblick dringend erforderlich, doch der Markt der Marktstudien ist ebenfalls unübersichtlich.

Solche Übersichten müssen Komplexität reduzieren und die etwa 450 relevanten Anbieter von IoT-Plattformen durch unterschiedliche Auswahlkriterien filtern und darstellbar machen. So hat beispielsweise IDC für seinen MarketScape-Bericht „Worldwide IoT Platforms Vendor Assessment“ recht strenge Kriterien angelegt. Zunächst war eine gewisse technologische Reife gefordert, sodass nur Plattformen in die engere Auswahl kamen, die einen Großteil der typischen IoT-Funktionen bereitstellen. Doch darüber hinaus wurde ebenfalls eine Marktreife gefordert, so mussten die Anbieter bereits länger bestehen und Referenzkunden vorweisen können.

Marktstudien gehen nach Größe

Da ist es nicht verwunderlich, dass lediglich zwölf sehr große Anbieter diese hohen Hürden überwanden und sich als Sieger in der Marktstudie fühlen konnten. Ebenfalls recht strenge Kriterien hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO) aus Stuttgart in seiner Markstudie „IT-Plattformen für das Internet der Dinge (IoT)“ angelegt. Hier war neben der technologischen Reife ein Vertriebs- und Supportnetz im deutschsprachigen Raum wichtig. Zu den ausgewählten 20 IoT-Plattformen gehören unter anderem die Angebote von Oracle, SAP, Bosch SI, IBM, HPE, Siemens, elastic.io, Deutsche Telekom und Software AG.

Beim Fraunhofer IAO wie bei der IDC-Studie sorgen die vorher definierten Kriterien dafür, dass kleinere Anbieter gar nicht erst in den Fokus der Studie geraten. Trotzdem bietet vor allem die Fraunhofer-Studie ausreichend Informationen für eine eigenständige Einschätzung. Ihr Vorteil: Sie ist kostenlos. Wem allerdings der Sinn nach Vollständigkeit steht und auch Informationen über kleinere Anbieter benötigt, der sollte die Liste der IoT-Plattform-Anbieter des Hamburger IoT-Marktforschungsunternehmen IoT Analytics konsultieren. Hier finden sich Informationen zu allen 450 relevanten IoT-Plattformen, neben typischen Wirtschaftsdaten auch Angaben zum Plattform-Typ und den darauf angebotenen Technologien.

An dieser Liste lässt sich ablesen, dass der Markt tatsächlich sehr stark fragmentiert ist: Lediglich 7 Prozent der Anbieter haben Umsätze jenseits von 10 Millionen Dollar. Doch der Markt wächst mit hoher Geschwindigkeit. Die führenden Anbieter haben Wachstumsraten von mehr als 50 Prozent pro Jahr. Besonders attraktiv scheint das Industrial IoT zu sein, denn fast ein Drittel (32%) der Plattformen bietet Technologien für industrielle Anwendungen.

Bildquelle: Thinkstock

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