Teilautomatisierter Omnibus in Amsterdam unterwegs

Der Mercedes-Benz Future Bus

Wie der Nahverkehr der Zukunft aussehen wird, zeigt Mercedes-Benz mit seinem teilautomatisierten Stadtbus mit City Pilot auf Premierenfahrt in Amsterdam.

  • Daimler Future Bus

    Mit dem Future Bus stellt Daimler einen teilautomatisierten Omnibus vor.

  • Daimler Future Bus

    Neben technologischen Funktionen wurde auch Wert auf die Innenraumgestaltung gelegt.

  • Daimler Future Bus

    Der Future Bus steuert selbstständig Haltestellen an und hält fünf Zentimeter Abstand zur Bordsteinkante.

Autonomes Fahren ist nicht nur in Bezug auf Pkw ein aktuelles Thema, auch Lkw, Stadtbahnen und nun auch Omnibusse werden künftig häufiger ohne direkten Fahrer zu sehen sein. Dass das keine unmögliche Vorstellung ist, zeigt Daimler mit einem teilautomatisierten Stadtbus, der von einem City Pilot gelenkt wird.

Die Technik dahinter basiert auf dem vor zwei Jahren vorgestellten autonom fahrenden Lkw “Actros“ mit Highway Pilot. Die weiterentwickelten Funktionen  – u.a. Konnektivität, Kamera-und Radarsystem sowie Datenfusion – sollen den Future Bus sicherer als herkömmliche Omnibusse machen.

Auf den fünf definierten Stufen auf dem Weg zum autonomen Fahren befindet sich der Bus auf Level zwei – Teilautomatisierung mit Spurhaltefunktion, Längsführung, Beschleunigung und Bremsmanöver durch Assistenzsysteme. Das bedeutet, der Fahrer muss weder Gas noch Bremse betätigen, sondern nur im Bedarfsfall zum Lenkrad greifen und die Kontrolle übernehmen, denn als Fahrzeugführer bleibt er jederzeit in der Verantwortung.

Zehn Kameras scannen dauerhaft Fahrbahn und Umgebung, Fern- und Nahbereichsradarsysteme tasten zwischen 50 Zentimetern bis zehn Metern vorausschauend die Strecke ab. Zur exakten Positionierung kommt ein satellitengestütztes GPS hinzu. Alle Daten zusammen ergeben ein präzises Bild und ermöglichen eine zentimetergenaue Positionierung des Busses.

Ampeln auf der Strecke sind für den Bus kein Hindernis, durch Vernetzung beeinflusst er die Ampelschaltung. Bei fehlender Funkverbindung kommt eine visuelle Erkennung zum Einsatz. Umgekehrt kommuniziert die Ampel mit dem Bus und signalisiert diesem, wann sie umschaltet. So wird die Geschwindigkeit an die Gegebenheiten angepasst. Durch die Vorausschauende Fahrweise werden Kraftstoffverbrauch und Emissionen gleichermaßen gesenkt.

Hindernisse auf der Fahrbahn – vor allem Fußgänger – werden erkannt und lösen einen Bremsvorgang aus. Haltestellen werden automatisch angefahren, Türen öffnen und schließen selbstständig.

Moderne Ausstattung

Neben der technischen Ausstattung wurde bei dem zwölf Meter langen Bus auch Wert auf das Innen- und Außendesign gelegt. Der Fahrgastraum teilt sich für die unterschiedliche Verweildauer in drei Zonen: Vorne ist der Bereich „Service“ in Fahrernähe angesiedelt, in der Mitte in Türnähe „Express“ für kurze Strecken mit Schwerpunkt auf Stehplätze und schnellen Fahrgastfluss. Hintern schließt sich „Lounge“ an, gedacht für eine längere Verweildauer. An den Wänden reihen sich Sitze in Form von Designerstühlen nebeneinander, die Beleuchtung ähnelt einem Blätterdach. Informationen und Unterhaltung können Betreiber über großflächige Monitore einspielen. Das Fahrer-„Cockpit“ ist integraler Bestandteil des Raumes und nicht etwa abgeschirmt. Notwendige Hinweise werden auf dem zentralen 12,3 Zoll großen Display für den Fahrer eingeblendet.

Premieren-Fahrt

Premiere feierte der Bus auf einer knapp 20 Kilometer langen Strecke mit Kurven, Tunneln sowie zahlreichen Haltestellen in den Niederlanden. Das Teilstück der BRT-Linie (Bus Rapid Transit) führt vom Flughafen Amsterdam Schiphon nach Haarlem. Auf freier Strecke beschleunigt der Bus auf zu 70 km/h.


Bildquelle: Daimler AG

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