Der unzuverlässige Technologielieferant
Sechs von zehn Unternehmen (59 Prozent) nehmen die USA aktuell eher nicht (25 Prozent) oder überhaupt nicht (34 Prozent) als verlässlichen Partner für Deutschland wahr. 24 Prozent halten die USA für eher verlässlich, 14 Prozent für sehr verlässlich. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom anlässlich der US-Zwischenwahlen, den sogenannten Midterms am 3. November.
„Die USA sind und bleiben einer unserer wichtigsten Lieferanten, gerade bei digitalen Technologien, Software und Plattformen. Echte Partnerschaft bedeutet, dass man sich gerade in schwierigen Zeiten hundertprozentig aufeinander verlassen kann. Diese Verlässlichkeit hat zuletzt gelitten und muss wiederhergestellt werden“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Wie eng die wirtschaftlichen Verflechtungen sind, zeigen weitere Ergebnisse der Bitkom-Studie: 87 Prozent der Unternehmen, die digitale Technologien und Leistungen aus den USA beziehen, sehen sich von diesen abhängig, darunter 47 Prozent sogar stark. Fast drei Viertel (73 Prozent) aller befragten Unternehmen machen sich Sorgen über Deutschlands digitale Abhängigkeit von den USA.
Ob die Midterms die amerikanische Handelspolitik verändern werden, wird von der deutschen Wirtschaft unterschiedlich eingeschätzt. So erwarten 30 Prozent der Unternehmen anschließend mehr Verlässlichkeit in der US-Handelspolitik. Rund die Hälfte (51 Prozent) rechnete mit keiner wesentlichen Veränderung, 13 Prozent mit nochmals geringerer Verlässlichkeit. „Die transatlantische Zusammenarbeit hat für die deutsche Wirtschaft einen hohen Wert. Sie wird besser funktionieren, wenn Europa technologisch und wirtschaftlich auf Augenhöhe kommt“, so Wintergerst.
Bild: kjpargeter / Magnific