Kommentar

Der Weg ist lang, aber machbar

Wie bewegen sich Menschen im städtischen Raum fort? Überwiegt der ÖPNV, das Fahrrad oder doch das Auto? Und wie muss die Verkehrsinfrastruktur beschaffen sein, damit die Mobilität aller Einwohner gewährleistet ist? Mit diesen Fragen befasst sich Tamara Trapp, Consultant für Digitale Transformation und Smart City bei Detecon, im Kommentar.

Tamara Trapp

„Ich bin optimistisch, dass es deutschen Städten ebenfalls gelingen wird, Smart Cities erfolgreich umzusetzen – Schritt für Schritt“, sagt Tamara Trapp.

Vernetzte Mobilität baut auf Fragen wie diesen auf und ist zentraler Bestandteil einer funktionalen Smart City, in der vor allem die Verkehrsströme eine wichtige Rolle spielen. Diese nachhaltig miteinander ins Verhältnis zu setzen, ist eine Herausforderung, die immer wichtiger wird. Ein Ansatz für eine vernetzte Mobilität im Rahmen einer Smart City sind „Verkehrsmittel on demand“. Dabei wäre die Grundlage für ein funktionierendes, vernetztes Verkehrssystem eine App, die alle Verkehrsmittel zentral verwaltet und als Universaltool genutzt werden kann.

Technisch ließe sich vernetzte Mobilität bereits realisieren, etwa durch den Einsatz von Sensoren in Verkehrsmitteln, Haltestellen oder Ampeln. Mithilfe der Sensoren ließen sich z.B. das Verkehrsaufkommen auf der Autobahn oder die Auslastung der Bahn messen.

Sensorgesteuerte Ampeln wiederum könnten unnötige Haltephasen an Ampeln verringern. Klingt gut – wieso machen wir das nicht schon längst? Dies liegt mitunter daran, dass in der urbanen Mobilität viele verschiedene Parteien berücksichtigt werden müssen, wie etwa lokale Verkehrsbetriebe, Privatpersonen, die per eigenem Auto oder Car- und Bike-Sharing unterwegs sind, sowie andere Unternehmen, z.B. Taxibetriebe. Fast alle Beteiligten haben aktuell eine eigene App, die jedoch nicht im Verbund mit den anderen Verkehrsangeboten funktioniert. Damit eine vernetzte Mobilität gelingt und positiv von den Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird, müssen wir das gesamte Ökosystem öffnen und per Schnittstelle eine Anbindung aller Angebote in einer zentralen App ermöglichen. Während hierzulande noch Insellösungen vorherrschen, zeigen Städte wie Barcelona oder Wien, wie es gehen kann.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Ich bin optimistisch, dass es deutschen Städten ebenfalls gelingen wird, Smart Cities erfolgreich umzusetzen – Schritt für Schritt. Dafür wird es nötig sein, dass Städte andere Prioritäten setzen und seitens der Politik mehr Fördermittel zugesichert werden, wenn Kommunen und Städte solche digitalen Großprojekte umsetzen. Wichtig ist, im Vorfeld ein umfassendes Konzept zu entwickeln und dem Thema „Datenschutz“ eine wichtigere Rolle zukommen zu lassen, um letztlich auch die Akzeptanz seitens der Bevölkerung zu stärken, mit deren Nutzung des mobilen Angebots der Erfolg eines solchen Konzepts steht oder fällt.

Bildquelle: Detecon

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