Standortdaten von autonomen Maschinen

Deshalb sind neue Datenschutzkonzepte gefragt

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Befragten mit Misstrauen, Bedenken und Unsicherheit darauf reagieren, wie Anbieter ihre Standortdaten erfassen und nutzen. Nur jeder Fünfte habe das Gefühl, die volle Kontrolle über seine Standortdaten zu haben – von daher sind neue Konzepte in Sachen Datenschutz gefragt.

Datenschutz bei der Erhebung von Standortdaten

Laut der Studie weiß nur ein Viertel der Befragten, was mit ihren Standortdaten passiert, nachdem sie einmal erfasst wurden.

Nicht wenige Menschen befürchten aktuell, dass Unternehmen beim Erfassen und Nutzen von Standortdaten ihr Vertrauen missbrauchen. Damit sie neuen Technologien auf Basis von Standortdaten wie dem autonomen Fahren oder der Warenlieferung per Drohne aufgeschlossen gegenüberstehen, ist seitens der Anbieter ein fundamentales Umdenken nötig, so lautet ein Ergebnis einer aktuellen Studie von Here Technologies.

Gemäß der Erhebung haben derzeit nur 20 Prozent der Befragten das Gefühl, die volle Kontrolle über ihre persönlichen Standortdaten zu haben. 44 Prozent der Befragten teilen ungewollt Standortdaten mit Apps und Dienstanbietern, obwohl sie versuchen, den Zugriff einzuschränken. Rund 76 Prozent der Befragten fühlen sich hinsichtlich des Teilens ihrer Standortdaten gestresst oder ungeschützt, so die Studie.

Unzureichende Einstellungsoptionen für die Verwaltung der eigenen Daten in Kombination mit mangelnder Transparenz seitens der Datenerfasser sind die Hauptgründe, warum die Befragten einen Missbrauch ihrer Daten vermuten. Die Studie umfasst die Angaben von über 8.000 Personen in acht Ländern und beinhaltet zudem Interviews mit internationalen Datenschutzexperten.

Zu den weiteren Ergebnissen zählen:

  • Rund 65 Prozent der Befragten haben ihre Standortdaten mindestens einmal mit einer App oder einem Dienstanbieter geteilt.
  • Nur ein Viertel der Befragten weiß, was mit ihren Standortdaten passiert, nachdem sie einmal erfasst wurden.
  • Obwohl viele Nutzer große Bedenken bezüglich der Weitergabe ihrer Standortdaten haben, setzt sich die große Mehrheit kaum mit den Einstellungsoptionen ihrer Geräte für Standortdaten auseinander.
  • Weniger als ein Fünftel der Befragten vertraut darauf, dass Gesetze und Verordnungen sie vor Missbrauch ihrer Standortdaten schützen können.
  • Weniger als ein Fünftel der Befragten glaubt, dass die Dienste, die ihre Daten sammeln, angemessen mit diesen umgehen.

Die Studie ergab weiterhin, dass das Vertrauen der Verbraucher und ihre Bereitschaft, ihre Daten zu teilen, durch mehr Transparenz und Kontrolle über die Datenerfassung und -nutzung erhöht werden kann. So gaben 70 Prozent der Befragten an, dass sie den Zugriff auf ihre Daten gewähren würden, wenn sie wüssten, wofür ihre Standortdaten benötigt, wofür sie verwendet und dass sie geschützt, sicher gespeichert oder systematisch gelöscht werden. Ähnlich viele sagten, dass sie den Zugriff erlauben würden, wenn sie ihre Einstellungen leichter ändern, die Einwilligung zurückziehen und ihre Historie löschen könnten.

Autonomes Fahren: Die besten Routen finden

Laut der Studie wären die eisten Befragten darüber hinaus offen für die Nutzung neuer Technologien, die ihnen bei der Verwaltung ihrer Daten helfen. Etwa 63 Prozent gaben an, dass sie einen „Privacy Service“ nutzen würden, der ihre Privatsphäre-Einstellungen geräteübergreifend verwaltet. Gleichzeitig gaben 51 Prozent an, dass sie ihr privates Datenmanagement sogar einem Künstliche-Intelligenz-Bot (KI) anvertrauen würden.

Unter den Vorteilen, die sie durch das Teilen ihrer Standortdaten haben, bewerteten die Studienteilnehmer die Sicherheit im Auto am höchsten: 73 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Daten für dieses Nutzungsszenario wahrscheinlich teilen würden. Auch Dienstleistungen, mit den Menschen Geld sparen und Rabatte oder Belohnungen erhalten, haben einen hohen Stellenwert.

Mit Blick auf die Zukunft sind 72 Prozent der Verbraucher bereit, ihre Standortdaten zur Verfügung zu stellen, damit ein autonom fahrendes Auto die beste Route findet. 69 Prozent würden ihre Daten teilen, um es einer Drohne zu ermöglichen, eine vermisste Person, ein Haustier oder einen verlorenen Gegenstand zu finden. Dr. Peter Kürpick, Chief Platform Officer bei Here Technologies, erklärt: „Die Menschen erlauben Apps auf ihre Standortdaten zuzugreifen, weil sie deren Vorteile zu schätzen wissen – sei es bei der Lieferung von Essen, für Autofahrten oder für die Nutzung von sozialen Netzwerken. Aber viele fühlen sich mit diesem Austausch nicht wirklich wohl. Dieser Mangel an Vertrauen ist bereits heutzutage problematisch und kann in Zukunft zu einer großen Herausforderung werden, wenn die Datenschutzpraktiken weiterhin von einem Click-to-Consent-Ansatz dominiert werden.“

Darüber hinaus ergänzt Kürpick: „Autonome Verkehrsmittel und andere neue Dienste erfordern eine zunehmend zeitkritische maschinelle Kommunikation. Damit die Menschen solche Dienste ohne Unterbrechung nutzen können, ist ein neuer Ansatz für den Schutz der Privatsphäre erforderlich. Unserer Meinung nach besteht die Lösung darin, den Menschen transparente, benutzerfreundliche Einstellungen anzubieten, die es ihnen ermöglichen, Zugriffsrechte zu erteilen und zu entziehen sowie ihre Privatsphäre zu verwalten.“ So könnten sie die Kontrolle darüber behalten, welche Daten sie in ihrem digitalen Leben teilen. In diesem Zusammenhang untersucht Here die Entwicklung von „Privacy-as-a-Service“-Konzepten. Dabei sei es aber auch von entscheidender Bedeutung, dass es einen kooperativen und industrieübergreifenden Ansatz gibt, um die richtigen Lösungen zu entwickeln. „Verimi, mit uns als beteiligtem Investor, ist ein Beispiel für eine branchenübergreifende Initiative, die den Menschen dabei helfen wird, ihre Daten und ihre Privatsphäre zu verwalten“, so Kürpick weiter.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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