Mobile Webseiten

Deutscher Fußball nur eingeschränkt mobil

Der Ball rollt in der 1. Fußball-Bundesliga wieder. Während die Medienriesen Springer und Sky in Sachen Fußball-Bundesliga auf dem Smartphone bekriegen, scheinen die Vereine das Potential mobiler Fanbindung noch zu unterschätzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung der Websites der 36 Vereine in der 1. und 2. Bundesliga durch das auf mobile Websites spezialisierte Unternehmen Poccy - Point of Contact.

Nur bei jedem zweiten Verein der 1. Liga wird der Smartphone-Nutzer auf eine mobil optimierte Seite geleitet. In der zweiten Liga ist das nur bei weniger als jedem dritten Verein der Fall. Mobil optimierte Seiten stellen die Inhalte auf den im Vergleich zum normalen Bildschirm kleinen Displays gut lesbar dar und können ohne aufwändiges Zoomen und Scrollen mit dem Finger bedient werden.

„Da wird eine Menge Potential verschenkt, seine Fans auch mobil an den Verein zu binden“, sagt Sharif Thib, einer der Gründer von Poccy - Point of Contact.

MOBILE BUSINESS hat kürzlich die Ladezeiten der Webseiten aller Fußball-Erstligisten verglichen. Der Meister ist eine Überraschung.

Mobile Ladezeiten sind noch wichtiger: Mobil surfende Website-Besucher verlassen nicht optimierte Seiten sehr schnell und kehren in der Regel auch nicht zurück. Im Falle eines Fußballvereins können aktuelle Informationen zu Spielen, Spielern und Neuigkeiten rund um den Verein für eine zusätzliche Bindung der Fans sorgen. Sie können dann auch unterwegs auf dem aktuellen Stand bleiben und mit ihrem Verein interagieren. Und nicht nur unterwegs gewinnt das Smartphone an Bedeutung: Immer mehr Deutsche nutzen ihr Smartphone oder Tablet vor dem Fernseher für Zusatzinformationen oder Interaktionen als sogenannten Second Screen.

Meister wird Bayern München

Die Triple-Sieger bieten ihren Fans im Gegensatz zu ihrem ärgsten Rivalen aus Dortmund eine mobile Website. Kleiner Schönheitsfehler: Die mobile Website der Bayern ist nur erreichbar für denjenigen, der die Website http://fcb.de aufruft. Wer, z. B. die von Google favorisierte Seite http://fcbayern.telekom.de aufruft, muss ohne mobile Seite auskommen.

Auch die Hamburger leisten sich Fehler. Mobile Nutzer bekommen auf einer Landingpage die Optionen eine App herunterzuladen oder zur Website zu gehen. Leider funktioniert der Button zur Website nicht, so die Macher der Studie. „Wir wissen also nicht, ob der HSV eine mobile Website hat“, so Sharif Thib.

Dass einige Vereine wie der HSV über Apps verfügen, ist auch nur ein schwacher Trost.  „Denn Apps eignen sich nur bedingt für den spontanen Zugriff. Denn wer lädt sich schon gerne bis zu 30 Megabyte außerhalb eines WLAN-Netzes auf sein Smartphone. Das kann dauern“, so Sharif Thib. Ausserdem sind diese in der Regel nur für das iPhone und Googles Android-System verfügbar. Nutzer von z. B. Windows Phone, Blackberry oder anderen Betriebssystemen werden meist nicht bedient.

Dass es auch besser und einfach geht, beweist Dynamo Dresden in der zweiten Liga. Der Verein setzt mobil auf eine schlanke Seite mit Liveticker, Spielergebnissen und Tabelle. „Das reicht vielen mobilen Nutzern schon und lässt sich plattformübergreifend günstig realisieren“, so Sharif Thib.

www.poccy.de

Bildquelle: DFB

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