Demenzforschung

Diagnose via Smart Watch

Einer neuen Studie zufolge soll ein spezielles Nutzungsmuster bei der Bedienung von ausgewählten Smart Devices erste Hinweise für mögliche Demenzerkrankungen wie Alzheimer liefern können.

Ein Stethoskop und medizinische Datenblätter auf einem Schreibtisch

Medizinische Daten können immer präziser ausgewertet werden.

Die Früherkennung von Alzheimer-Symptomen ist ein integraler Bestandteil entsprechender Vorsorgemaßnahmen, ist die neurodegenerative Krankheit doch trotz großer Fortschritte in der Medizin nach wie vor extrem schwierig zu behandeln. Zu einer effektiven Prävention könnten in Zukunft neue Technologien einen wesentlichen Teil beitragen. So hat etwa ein Forschungsteam von IBM im vergangenen März demonstriert, wie Machine-Learning bei der Auswertung von Bluttests helfen kann, die im Zuge der Früherkennung genau untersucht werden.

Dass sich auch Apps hervorragend für die Messung der kognitiven Gesundheit eignen, hat das Mobile-Game „Sea Hero Quest” eindrucksvoll demonstriert, bei dem die Verhaltensdaten der Spieler für die Alzheimer-Forschung genutzt werden. Einen ähnlichen Ansatz haben auch die Forscher eines gemeinsamen Projekts von Evidation Health, Eli Lilly gewählt und Apple, um sich der Thematik zu nähern. Für die Studie wurde allerdings nicht nur das Nutzungsverhalten in einer einzigen App, sondern die komplette Interaktion mit einer ganzen Reihe von mobilen Anwendungen ausgewertet. Dafür wurden 113 Probanden im Alter zwischen 60 und 75 Jahren mit Smartphone, Tablet und Smart Watch ausgestattet, über die sowohl passiv (Sensoren, App-Nutzung) als auch aktiv (Umfragen) medizinische Daten erhoben wurden.

Über die gesammelten Daten sollen die Wissenschaftler schließlich Zusammenhänge zwischen dem Nutzungsverhalten der Probanden und Indikatoren für kognitive Verfallserscheinungen hergestellt haben. Anhaltspunkte lieferten dabei etwa Informationen zur Schreibgeschwindigkeit, das Kommunikationsverhalten oder gewisse Bewegungsmuster. „Wir wissen, dass die Daten aus Smart Devices und Apps zur Verbesserung der Gesundheit beitragen können”, so Nikki Marinsek, Data Scientist bei Evidation Health. Man wisse allerdings noch nicht, wie diese Informationen genutzt werden könnten, um Diagnosen beschleunigen zu können. Die Studie sei demnach ein neuer Grundstein für zukünftige Forschung auf dem Gebiet.

Bildquelle:Thinkstock/iStock

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